Die kurze Antwort Claude Opus 5.5 ist seit dem 22. September 2026 Anthropics neues Opus-Modell. Es kostet 4 Dollar Input und 20 Dollar Output pro Million Tokens, laut Anthropic 40 Prozent weniger als Opus 5 bei typischen Workloads, und erreicht bei den meisten Aufgaben das Niveau von Fable 5.1. In Pro, Max, Team und Enterprise ist es enthalten, im Free-Plan nicht.
Input und Output, statt 5 und 25 Dollar bei Opus 5.
Laut Anthropic bei typischen Workloads mit Standardeinstellungen.
Opus 5 erreicht 52,3 %, Fable 5.1 55,8 %. Herstellerangaben.
Tokens Kontext und maximale Ausgabe, Wissensstand Juni 2026.
Was ist neu an Claude Opus 5.5?
Opus 5.5 ist günstiger, schneller und laut Anthropic bei den meisten Aufgaben so stark wie Fable 5.1, das bisher klar stärkere und teurere Modell. Anthropic hat Opus 5.5 am 22. September 2026 veröffentlicht, es löst Opus 5 als aktuelles Opus-Modell ab. Fünf Änderungen sind für die Praxis wichtig:
- Niedrigerer Preis. 4 statt 5 Dollar Input und 20 statt 25 Dollar Output pro Million Tokens. Das Lesen aus dem Prompt-Cache kostet 0,20 statt 0,50 Dollar, das Schreiben in den Cache 5 statt 6,25 Dollar. Anthropic beziffert die Ersparnis gegenüber Opus 5 bei typischen Workloads mit Standardeinstellungen auf 40 Prozent.
- Mehr Tempo. Laut Anthropic erzeugt Opus 5.5 seine Ausgabe mehr als 30 Prozent schneller als Opus 5. Wer noch schneller braucht, bucht den Fast Mode: bis zu 2,5-fache Geschwindigkeit für 8 Dollar Input und 40 Dollar Output.
- Fable-Niveau zum Opus-Preis. Anthropic schreibt, Opus 5.5 arbeite „bei den meisten Aufgaben auf dem Niveau von Claude Fable 5.1“. Auf Terminal-Bench 4.0 misst Anthropic 66,4 Prozent, Opus 5 kam auf 52,3 Prozent.
- Thinking ist immer an. Opus 5.5 denkt vor jeder Antwort adaptiv nach. Über die API lässt sich das nicht mehr abschalten, das ist ein Breaking Change für Entwickler. Details im Abschnitt Thinking.
- Standard-Effort medium. Opus 5 startete mit
high, Opus 5.5 mitmedium. Das Modell denkt also standardmäßig etwas sparsamer, was einen Teil der Kostenersparnis erklärt.
Dazu kommen Sicherheitsregeln aus der Fable-Generation: Für Cybersicherheit gelten ähnliche Schutzmaßnahmen wie bei Fable 5.1. Für Biologie gelten vergleichbare Schutzmaßnahmen wie bei Fable 5.1; wer dadurch in der Forschung ausgebremst wird, kann sich für das Life Sciences Verification Program bewerben. Die Ausgaben tragen Anthropics Wasserzeichen, mit dem das Unternehmen die Kennzeichnungspflicht aus dem EU AI Act umsetzt.
Die wichtigsten Fakten zu Opus 5.5 auf einen Blick
| Veröffentlicht | 22. September 2026 |
|---|---|
| Modell-ID in der API | claude-opus-5-5 |
| Preis pro Mio. Tokens | 4 $ Input, 20 $ Output |
| Prompt-Cache | Lesen 0,20 $, Schreiben 5 $ (5 Minuten) oder 8 $ (1 Stunde) |
| Batch-API | 2 $ Input, 10 $ Output (50 % Rabatt) |
| Fast Mode | 8 $ Input, 40 $ Output, bis zu 2,5-fache Geschwindigkeit |
| Kontextfenster | 1 Million Tokens, ohne Langkontext-Aufschlag |
| Maximale Ausgabe | 128.000 Tokens |
| Wissensstand | Juni 2026 |
| Thinking | Adaptive Thinking, immer an; Effort-Stufen low bis max, Standard medium |
| Ein- und Ausgabe | Text und Bilder rein, Text raus |
| Verfügbar in | Claude (Pro, Max, Team, Enterprise), Claude Code, Claude API, AWS, Google Cloud, Microsoft Azure |
| Abschaltung | laut Anthropic nicht vor dem 22. September 2027 |
Was kostet Claude Opus 5.5?
Über die API kostet Opus 5.5 4 Dollar pro Million Input-Tokens und 20 Dollar pro Million Output-Tokens. Das ist genau das Doppelte von Sonnet 5 und 40 Prozent des Preises von Fable 5.1. In den Abos Pro, Max, Team und Enterprise zahlst du keinen Aufpreis, dort läuft Opus 5.5 im normalen Nutzungskontingent. Alle Preise in US-Dollar pro Million Tokens, Listenpreis der Claude API, Stand 27. September 2026:
| Modell | Input | Output | Cache-Lesen | Cache-Schreiben (5 Min.) |
|---|---|---|---|---|
| Opus 5.5 | 4 $ | 20 $ | 0,20 $ | 5 $ |
| Fable 5.1 | 10 $ | 50 $ | 0,25 $ | 12,50 $ |
| Opus 5 (Legacy) | 5 $ | 25 $ | 0,50 $ | 6,25 $ |
| Sonnet 5 | 2 $ | 10 $ | 0,20 $ | 2,50 $ |
| Haiku 4.5 | 1 $ | 5 $ | 0,10 $ | 1,25 $ |
Warum 40 Prozent, wenn der Listenpreis nur 20 Prozent sinkt? Die 40 Prozent beziehen sich laut Anthropic auf typische Workloads mit Standardeinstellungen. Bei Opus 5.5 ist das der Effort medium, bei Opus 5 war es high. Weniger Denkaufwand heißt weniger abgerechnete Output-Tokens, denn die Denk-Tokens zahlst du als Output mit. Wer Opus 5.5 auf high oder höher stellt, spart entsprechend weniger.
Tokenizer beachten. Opus 5.5 und Sonnet 5 nutzen den neueren Tokenizer, den Anthropic mit Claude 4.7 eingeführt hat. Er erzeugt für denselben Text laut Anthropic rund 30 Prozent mehr Tokens als der alte, den etwa Haiku 4.5 noch verwendet. Zwischen Opus 5.5 und Sonnet 5 ist der Preisvergleich pro Token deshalb fair, gegenüber älteren Modellen unterschätzt er die Kosten.
Ohne Aufschläge für langen Kontext. Die volle Million Tokens Kontext kostet bei Opus 5.5 den normalen Tokenpreis. Einen Aufschlag gibt es nur, wenn du über den API-Parameter inference_geo eine Verarbeitung ausschließlich in den USA erzwingst: dann Faktor 1,1 auf alle Preise. Eine EU-Option bietet Anthropic dort nicht, mehr dazu im Abschnitt EU. Die Abo-Seite der Rechnung steht im Claude-Preis-Guide, das Pendant für OpenAI im ChatGPT-Preis-Guide.
Wie gut ist Opus 5.5 im Vergleich zu Fable 5.1 und Opus 5?
Laut Anthropics eigenen Messungen liegt Opus 5.5 in drei Coding- und Agenten-Benchmarks vor Fable 5.1 und deutlich vor Opus 5. Das sind Herstellerangaben: Anthropic hat die Werte mit Adaptive Thinking auf den höchsten Effort-Stufen gemessen (max, bei Terminal-Bench xhigh), nicht mit der Standardstufe medium. Unabhängige Nachmessungen habe ich für diesen Artikel nicht ausgewertet.
| Benchmark (laut Anthropic) | Opus 5.5 | Fable 5.1 | Opus 5 |
|---|---|---|---|
| Terminal-Bench 4.0 | 66,4 % | 55,8 % | 52,3 % |
| FrontierCode v1.1 | 54,4 % | 50,3 % | 48,0 % |
| CursorBench 4.0 | 57,8 % | 51,8 % | 46,6 % |
Terminal-Bench misst, wie gut ein Modell mehrstufige Aufgaben selbstständig in einer Kommandozeile erledigt, FrontierCode und CursorBench sind Coding-Benchmarks. Für Büroarbeit, deutsche Texte oder die Auswertung von Dokumenten sagen diese Zahlen wenig. Mein Rat bleibt deshalb: 20 bis 50 echte Aufgaben aus dem eigenen Alltag mit zwei Modellen durchspielen und die Nacharbeit vergleichen. Das ist aussagekräftiger als jede Tabelle.
Vom Modell zum Team-Einsatz
Ein neues Modell im Modellwähler ändert noch nichts an eurem Alltag. Den Unterschied machen klare Anwendungsfälle, gemeinsame Prompts, Regeln für Daten und eine Einführung, die das Team mitnimmt. Genau darum geht es in der Claude-Schulung für Teams.
Claude-Schulung ansehenOpus 5.5 oder Fable 5.1: Was empfiehlt Anthropic?
Anthropic empfiehlt in der offiziellen Modellübersicht ausdrücklich Opus 5.5 als Startpunkt. Wörtlich übersetzt: „Wenn du unsicher bist, welches Modell du nutzen sollst, starte für die meisten Workloads mit Claude Opus 5.5. Nutze Claude Fable 5.1 für anspruchsvolles Reasoning und lang laufende agentische Arbeit oder wenn deine Evals mit Claude Opus 5.5 auf höherem Effort weiterhin nicht ausreichen.“
Das ist eine bemerkenswerte Verschiebung: Drei Wochen nach dem Start von Fable 5.1 ist das Top-Modell nicht mehr die Standardempfehlung, sondern die Eskalationsstufe. Für die Praxis ergibt sich daraus folgende Zuordnung:
| Aufgabe | Startmodell | Warum |
|---|---|---|
| E-Mails, Zusammenfassungen, Übersetzungen, Alltagstexte | Sonnet 5 | halber Preis von Opus 5.5 und schneller |
| Mehrstufige Analysen, Code über viele Dateien, Agenten mit Werkzeugen | Opus 5.5 | Anthropics Empfehlung für die meisten anspruchsvollen Workloads |
| Sehr lange autonome Läufe, schwierigstes Reasoning | Fable 5.1 | erst, wenn Opus 5.5 auch auf high oder höher nicht reicht |
| Verarbeitung in der EU über Amazon Bedrock | Opus 5.5 | Fable 5.1 ist dort aus EU-Regionen nur global aufrufbar |
| Zero Data Retention nötig | Opus 5.5 | für Fable 5.1 gilt eine verpflichtende Aufbewahrung von 30 Tagen |
Auch im Abo spricht vieles für Opus 5.5 als Standard: Fable 5.1 ist in Pro nur über Usage Credits nutzbar, in Max (5x und 20x) und in Team-Premium-Seats bis zu 50 Prozent der Wochenlimits enthalten und in Enterprise verfügbar; im Free-Plan gibt es Fable nicht. Opus 5.5 läuft dagegen in allen Bezahlplänen im normalen Kontingent. Den direkten Vergleich der Top-Modelle beider Anbieter findest du im Artikel GPT-6 Astra vs. Claude Fable 5.1, die komplette Modellübersicht im Claude-Modell-Vergleich.
Was bedeutet es, dass Thinking nicht mehr abschaltbar ist?
Opus 5.5 denkt vor jeder Antwort nach, und du kannst das über die API nicht mehr abschalten. „Thinking“ ist der interne Denkschritt, in dem das Modell eine Aufgabe zerlegt und Lösungswege prüft, bevor es antwortet. Bei Opus 5 konnten Entwickler diesen Schritt auf den Stufen low bis high ausschalten, um Zeit und Kosten zu sparen. Bei Opus 5.5 entscheidet das Modell adaptiv selbst, wie viel es nachdenkt. Du steuerst nur noch die Tiefe über den Parameter effort, von low bis max.
Praktisch heißt das für alle, die Claude per API in eigene Anwendungen oder Automatisierungen eingebunden haben:
- Alte Aufrufe brechen. Anfragen mit
thinking: {"type": "disabled"}liefern bei Opus 5.5 auf jeder Effort-Stufe einen Fehler 400. Wer nur die Modell-ID austauscht, ohne diesen Parameter zu entfernen, legt seine Integration lahm. - Denken kostet Output. Die Denk-Tokens werden als Output-Tokens abgerechnet, und zwar vollständig, auch wenn die Anzeige sie zusammenfasst oder ausblendet. Die sichtbare Antwort ist deshalb kürzer als das, was auf der Rechnung steht.
- Antworten starten später. Für Anwendungen, bei denen jede Sekunde zählt, etwa ein Chatbot auf der Website oder eine schnelle Klassifikation, ist
effort: lowoder gleich Sonnet 5 beziehungsweise Haiku 4.5 die bessere Wahl. - Weitere Verhaltensänderungen. Erzwungene Werkzeugnutzung liefert einen Fehler, Denkblöcke sind an Modell und Gespräch gebunden und lassen sich nicht an ein anderes Modell übergeben. Text zwischen Werkzeugaufrufen steht jetzt in Thinking-Blöcken, was die Form der Antwort ändert. Auf der Claude API und bei Google Cloud akzeptiert Opus 5.5 das ältere Computer-Use-Tool
computer_20251124nicht mehr (Fehler 400), auf Amazon Bedrock funktioniert es weiter.
Wer Claude in der App, in Cowork oder in Claude Code nutzt, muss nichts anpassen. Der Breaking Change betrifft eigene Integrationen über die API, also auch selbst gebaute Workflows in Tools wie n8n oder Make, die Opus direkt aufrufen. Prüfe vor dem Umstieg deshalb jede Stelle, an der Thinking-Parameter gesetzt werden.
In welchen Plänen und auf welchen Plattformen ist Opus 5.5 verfügbar?
Opus 5.5 ist in allen Bezahlplänen von Claude im normalen Kontingent enthalten, im kostenlosen Plan nicht. Preise in US-Dollar laut claude.com/pricing, Stand 27. September 2026:
| Plan | Preis | Opus 5.5 |
|---|---|---|
| Free | 0 $ | nein, nur Sonnet und Haiku |
| Pro | 20 $ monatlich oder 200 $ jährlich (Anthropic weist 17 $ pro Monat aus, rechnerisch 16,67 $) | enthalten |
| Max | ab 100 $ pro Monat (5x oder 20x Pro) | enthalten |
| Team Standard | 20 $ pro Seat und Monat jährlich, 25 $ monatlich | enthalten |
| Team Premium | 100 $ pro Seat und Monat jährlich, 125 $ monatlich | enthalten |
| Enterprise | 20 $ pro Seat und Monat jährlich plus Nutzung zu API-Preisen | enthalten |
Mit dem Start hat Anthropic die 5-Stunden-Limits für Pro, Max, Team und seat-basiertes Enterprise erhöht. Abo-Nutzer bekommen außerdem einen Rate-Limit-Reset, den sie speichern und zu einem selbst gewählten Zeitpunkt einlösen können, etwa vor einem langen Arbeitstag mit vielen Agenten-Läufen.
Außerhalb der Claude-Apps läuft Opus 5.5 in der Claude API unter der Modell-ID claude-opus-5-5, bei Amazon Web Services (Amazon Bedrock), Google Cloud und Microsoft Azure. Für Unternehmen, die ihre KI-Dienste ohnehin über einen dieser Cloud-Anbieter beziehen, ist das der einfachste Weg, Opus 5.5 in bestehende Verträge und Abrechnungen einzubinden.
Lohnt sich der Wechsel von Sonnet 5 auf Opus 5.5?
Nur für Aufgaben, bei denen Sonnet 5 sichtbar Nacharbeit erzeugt. Opus 5.5 kostet pro Token genau das Doppelte von Sonnet 5. Für E-Mails, Zusammenfassungen, Übersetzungen und die meisten Alltagstexte bekommst du dafür kein messbar besseres Ergebnis. Anders sieht es bei mehrstufigen Analysen, Code-Änderungen über mehrere Dateien und Agenten aus, die selbstständig mit Werkzeugen arbeiten: Dort kann ein stärkeres Modell Fehlversuche und Korrekturschleifen sparen, und die sind oft teurer als der Tokenpreis.
Rechenbeispiel mit Listenpreisen
Beispielablauf: Ein Team lässt an jedem Arbeitstag 20-mal ein längeres Dokumentenpaket auswerten, etwa Ausschreibungsunterlagen, und daraus eine Einschätzung mit Empfehlung erstellen. Pro Lauf fallen 100.000 Input-Tokens und 10.000 Output-Tokens an, Thinking eingerechnet. Bei 22 Arbeitstagen sind das 440 Läufe im Monat. Gerechnet ist rein mit den API-Listenpreisen, ohne Cache, ohne US-Aufschlag und ohne Werkzeugkosten.
| Modell | Je Lauf | 440 Läufe im Monat |
|---|---|---|
| Sonnet 5 | 0,30 $ | 132 $ |
| Opus 5.5 über die Batch-API | 0,30 $ | 132 $ |
| Opus 5.5 | 0,60 $ | 264 $ |
| Opus 5 (Legacy) | 0,75 $ | 330 $ |
| Opus 5.5 im Fast Mode | 1,20 $ | 528 $ |
| Fable 5.1 | 1,50 $ | 660 $ |
So liest du die Tabelle: Der Wechsel von Sonnet 5 auf Opus 5.5 kostet in diesem Beispiel 132 Dollar mehr im Monat. Er lohnt sich, wenn Opus 5.5 in diesem Ablauf mindestens so viel Nacharbeit, Rückfragen oder Fehlentscheidungen einspart. Das lässt sich nur mit einem Test an echten Fällen beantworten. Zwei Stellschrauben verschieben die Rechnung zugunsten von Opus 5.5: Wer auf das Ergebnis nicht sofort warten muss, zahlt über die Batch-API nur die Hälfte und landet beim Preis von Sonnet 5 im Standardbetrieb. Und das Lesen aus dem Cache kostet bei beiden Modellen gleich viel, nämlich 0,20 Dollar; je mehr gleichbleibender Kontext im Spiel ist, desto kleiner wird der Abstand.
Eine Vereinfachung steckt in der Rechnung: Sie setzt für alle Modelle dieselbe Zahl an Output-Tokens an. In der Praxis denkt Opus 5.5 auf medium weniger als Opus 5 auf high, und Fable 5.1 startet mit high. Die tatsächlichen Abstände hängen also vom Effort und von der Aufgabe ab. Wie schnell Agenten-Läufe ohne Kostenkontrolle teuer werden, steht im Artikel Claude und OpenClaw: warum KI-Agenten jetzt mehr kosten.
Mein Vorgehen für einen fairen Test: 20 bis 50 abgeschlossene Fälle aus eurem Alltag nehmen, beide Modelle mit identischem Prompt laufen lassen und pro Fall festhalten, wie viel Nacharbeit nötig war. Opus 5.5 zusätzlich auf low testen: Reicht das Ergebnis dort, sinken die Kosten weiter. Die Modellwahl gehört in eine Konfigurationsdatei, nicht fest in den Code, damit du bei Sonnet 5.5 in wenigen Wochen wieder in einer Zeile umstellen kannst. Wie so ein Routing zwischen Modellen aussieht, beschreibe ich unter KI-Automatisierung.
Was ändert sich mit Opus 5.5 in Claude und Claude Code?
In den Claude-Apps steht Opus 5.5 ab Pro im Modellwähler, in Claude Code ist es seit Version 2.1.280 das Standard-Opus. Voreingestellt bleibt in beiden Fällen für die meisten Pläne Sonnet 5: Es ist das Standardmodell in Free und Pro, in Claude Code auch für Team-Standard-Seats und Enterprise-Seats. Opus 5.5 wählst du also gezielt für die Aufgaben, die es brauchen.
Claude und Cowork: Seit dem 16. September 2026 sind Chat und Cowork ein gemeinsames Produkt. Du wählst keine Oberfläche mehr, sondern arbeitest in einer Unterhaltung, in der Claude auch Dateien bearbeitet, Dokumente und Präsentationen erstellt und wiederkehrende Aufgaben nach Zeitplan ausführt. Der Rollout läuft über mehrere Wochen, zuerst für Pro und Max, Team und Free folgen. Für längere Aufgaben mit vielen Einzelschritten lohnt sich dort der Griff zu Opus 5.5, zumal Anthropic die 5-Stunden-Limits zum Start erhöht hat. Wie Cowork im Alltag funktioniert, erkläre ich im Cowork-Guide.
Claude Code: Wer in Claude Code Opus auswählt, arbeitet ab Version 2.1.280 mit Opus 5.5. Neu ist der Fast Mode für Opus 5.5 mit bis zu 2,5-facher Geschwindigkeit; in der API kostet er das Doppelte des Standardpreises. Das Pendant bei OpenAI ist Codex.
Läuft Claude Opus 5.5 in der EU?
Über Amazon Bedrock und Google Cloud ja, direkt bei Anthropic nein. Anthropic speichert Daten aus claude.ai und der eigenen API standardmäßig in den USA; der API-Parameter inference_geo kennt nur „global“ und „USA“. Wer eine Verarbeitung in Europa braucht, muss über einen Cloud-Anbieter gehen. Für Opus 5.5 habe ich die Dokumentation der Anbieter am 27. September 2026 geprüft:
- Amazon Bedrock: Opus 5.5 ist aus den EU-Regionen Frankfurt, Irland, Paris, Stockholm, Mailand und Spanien über geografisches Cross-Region Inference („Geo“) und über globales Routing aufrufbar, nicht als reines In-Region-Deployment. Beim geografischen Routing bleibt die Verarbeitung laut AWS innerhalb der Geografie, hier der EU. Fable 5.1 ist aus denselben Regionen dagegen nur global aufrufbar.
- Google Cloud: Opus 5.5 ist allgemein verfügbar und für die Multi-Region Europa gelistet, auch für die Verarbeitung.
- Microsoft Azure: Anthropic nennt Azure als Plattform. Eine Verarbeitung ausschließlich in der EU konnte ich für Microsoft Foundry nicht bestätigen; laut Sekundärquellen läuft die Inferenz dort auch bei EU-Regionen über Anthropic-Infrastruktur.
Wichtig für die Einordnung: Bei Bedrock oder Google Cloud ist der Cloud-Anbieter euer Auftragsverarbeiter, nicht Anthropic. Opus 5.5 ist laut Anthropic mit Zero Data Retention verfügbar, anders als Fable 5.1, für das als Modell der Mythos-Klasse eine verpflichtende Aufbewahrung von 30 Tagen gilt. Welche Konstruktion für euren Fall tragfähig ist, klären wir im Erstgespräch; eine Rechtsberatung im Sinne des RDG ist das nicht. Die ausführliche Einordnung steht auf der Seite Claude und DSGVO.
Was passiert mit Claude Opus 5?
Opus 5 läuft weiter, ist aber seit dem 22. September 2026 ein Legacy-Modell. Das heißt: Es bleibt verfügbar, Anthropic empfiehlt aber den Umstieg auf Opus 5.5. Eine Abschaltung plant Anthropic nicht vor dem 24. Juli 2027.
Für App-Nutzer ist das ohne Belang, dort ersetzt Opus 5.5 den Vorgänger im Modellwähler. Für API-Integrationen gibt es keinen Zeitdruck, aber einen klaren Grund zum Wechsel: Opus 5.5 ist bei jedem Tokenpreis günstiger und laut Anthropic stärker. Plane den Umstieg anhand der vier Punkte im Abschnitt zum Thinking, die auch die übrigen Breaking Changes wie das ältere Computer-Use-Tool abdecken, und mit einem kurzen Vergleichstest an 20 bis 50 echten Fällen.
Was kommt als Nächstes?
Anthropic kündigt Sonnet 5.5 und Haiku 5.5 „in den kommenden Wochen“ an, ein Datum nennt das Unternehmen nicht (Stand 27. September 2026). Bis dahin bleiben Sonnet 5 mit 2 und 10 Dollar sowie Haiku 4.5 mit 1 und 5 Dollar die günstigeren Claude-Modelle. Wer jetzt Workflows baut, sollte sie so anlegen, dass ein Modellwechsel ohne Umbau möglich ist, denn der nächste kommt bestimmt.
Von der Modellfrage zur Umsetzung
Ihr wollt wissen, ob Opus 5.5, Sonnet 5 oder Fable 5.1 für eure Aufgaben das richtige Modell ist? Beschreibe mir die Aufgabe und was ein gutes Ergebnis leisten muss. Wir klären, ob ein Modellvergleich, ein Teamtraining oder eine Umsetzung sinnvoll ist.
Unsere Aufgabe kurz schildernKostenfreier, unverbindlicher Erstkontakt. Ein fertiges Konzept ist nicht nötig.
Häufige Fragen zu Claude Opus 5.5
Was kostet Claude Opus 5.5?
Über die API kostet Opus 5.5 4 Dollar pro Million Input-Tokens und 20 Dollar pro Million Output-Tokens. Cache-Lesen kostet 0,20 Dollar, Cache-Schreiben 5 Dollar und der schnellere Fast Mode 8 und 40 Dollar. In den Plänen Pro, Max, Team und Enterprise ist Opus 5.5 ohne Aufpreis im normalen Kontingent enthalten.
Soll ich Opus 5.5 oder Fable 5.1 nutzen?
Anthropic empfiehlt, für die meisten Workloads mit Opus 5.5 zu starten. Fable 5.1 ist für anspruchsvolles Reasoning und lange agentische Arbeit gedacht oder für Fälle, in denen Opus 5.5 auch mit höherem Effort in deinen Tests nicht reicht. Fable 5.1 kostet mit 10 und 50 Dollar pro Million Tokens das 2,5-Fache.
Ist Opus 5.5 im kostenlosen Free-Plan enthalten?
Nein. Der Free-Plan enthält Sonnet und Haiku, aber weder Opus noch Fable. Opus 5.5 gibt es ab Pro für 20 Dollar monatlich oder 200 Dollar jährlich (Anthropic weist 17 Dollar pro Monat aus, rechnerisch 16,67 Dollar).
Was heißt „Thinking nicht abschaltbar“ bei Opus 5.5?
Opus 5.5 denkt vor jeder Antwort adaptiv nach, den Umfang steuerst du nur noch über den Effort-Parameter. API-Anfragen, die Thinking ausdrücklich abschalten, liefern einen Fehler 400 und müssen vor dem Umstieg angepasst werden. Die Denk-Tokens werden als Output-Tokens abgerechnet, auch wenn du sie in der Antwort nicht siehst.
Wann wird Claude Opus 5 abgeschaltet?
Nicht vor dem 24. Juli 2027. Anthropic führt Opus 5 seit dem 22. September 2026 als Legacy-Modell: Es bleibt verfügbar, Anthropic empfiehlt aber den Umstieg auf Opus 5.5.
Läuft Claude Opus 5.5 in der EU?
Über Amazon Bedrock und Google Cloud ja, direkt bei Anthropic nein. Bei Bedrock ist Opus 5.5 aus EU-Regionen wie Frankfurt über das geografische EU-Routing aufrufbar, bei Google Cloud über die Multi-Region Europa; claude.ai und die Anthropic-API bieten nur globale oder US-Verarbeitung. Für Microsoft Foundry konnte ich eine Verarbeitung in der EU nicht bestätigen.
Kann ich Opus 5.5 in Claude Code nutzen?
Ja. Seit Version 2.1.280 ist Opus 5.5 das Standard-Opus in Claude Code, der Fast Mode läuft dort mit bis zu 2,5-facher Geschwindigkeit. Standardmodell für Pro, Team-Standard-Seats und Enterprise-Seats bleibt Sonnet 5, Opus 5.5 wählst du bei Bedarf aus.
Wann kommen Sonnet 5.5 und Haiku 5.5?
Laut Anthropic „in den kommenden Wochen“, ein Datum gibt es nicht (Stand 27. September 2026). Bis dahin bleiben Sonnet 5 mit 2 und 10 Dollar sowie Haiku 4.5 mit 1 und 5 Dollar pro Million Tokens die günstigeren Claude-Modelle.
Offizielle Quellen und Stand der Recherche
Dieser Artikel wurde am 27. September 2026 erstellt. Preise, Termine und Verfügbarkeiten stammen aus den verlinkten Primärquellen, alle abgerufen am 27.09.2026. Benchmark-Werte sind Herstellerangaben von Anthropic. TechCrunch und heise sind Sekundärquellen und dienen nur der Einordnung. Anthropic rollt Funktionen und Kontingente schrittweise aus; maßgeblich ist die Anzeige in deinem Konto.
- Anthropic: Introducing Claude Opus 5.5 (22.09.2026, abgerufen am 27.09.2026)
- Anthropic Docs: Modellübersicht und Empfehlung zur Modellwahl (abgerufen am 27.09.2026)
- Anthropic Docs: Claude Opus 5.5, Spezifikationen und Breaking Changes (abgerufen am 27.09.2026)
- Anthropic Docs: Claude Opus 5, Legacy-Status und Abschaltdatum (abgerufen am 27.09.2026)
- Anthropic Docs: API-Preise, Tokenizer und inference_geo (abgerufen am 27.09.2026)
- Anthropic Docs: Effort-Stufen je Modell und Adaptive Thinking (abgerufen am 27.09.2026)
- Claude: Pläne und Preise (abgerufen am 27.09.2026)
- Claude Blog: Cowork und Chat werden ein Produkt (16.09.2026, abgerufen am 27.09.2026)
- Claude Code: What's new, Opus 5.5 ab v2.1.280 (abgerufen am 27.09.2026)
- AWS: Regionale Verfügbarkeit der Modelle in Amazon Bedrock und Cross-Region Inference (abgerufen am 27.09.2026)
- Google Cloud: Claude Opus 5.5 on Google Cloud, Regionen (abgerufen am 27.09.2026)
- Sekundärquelle: TechCrunch, 22.09.2026 (abgerufen am 27.09.2026)
- Sekundärquelle: heise online, 22.09.2026 (abgerufen am 27.09.2026)