Zuletzt geprüft am
KI-Glossar

KI-Glossar: 41 Begriffe kurz erklärt

Die Begriffe, die in KI-Projekten wirklich vorkommen, jeweils in wenigen Sätzen erklärt und ohne Marketing-Sprech. Alphabetisch sortiert, mit Verweis auf den passenden Guide.

TL;DR: Dieses Glossar erklärt 41 Begriffe aus KI-Projekten im Mittelstand, von Agent über MCP, KI-Modus und WebMCP bis Zero Data Retention, mit Begriffen zu ChatGPT, Claude und Gemini gleichermaßen. Jede Definition sagt in wenigen Sätzen, was der Begriff für die Praxis bedeutet, nicht nur was er wörtlich heißt. Alle Begriffe wurden am 21. Oktober 2026 gegen die Faktenlage geprüft, die neuen und geänderten Angaben stammen aus Quellen, die am 20. und 21. Oktober 2026 abgerufen wurden; die Quellen stehen am Seitenende.

Von A bis Z

Die 41 Begriffe im Überblick

Adaptive Thinking

Adaptive Thinking heißt, dass ein Claude-Modell selbst entscheidet, wie oft und wie tief es vor und während einer Antwort nachdenkt, statt mit einem festen Denkbudget zu arbeiten. Bei Opus 5.5 und Fable 5.1 ist es immer eingeschaltet, bei Sonnet 5.5 und dem seit dem 7. Oktober 2026 verfügbaren Haiku 5.5 standardmäßig; der Vorgänger Haiku 4.5 arbeitet noch mit Extended Thinking. Gesteuert wird der Aufwand über das Effort-Level.

Mehr dazu: Claude-Modelle im Vergleich →

Agent

Ein KI-Agent erledigt eine Aufgabe in mehreren Schritten selbstständig, statt nur eine Frage zu beantworten. Er plant, ruft Werkzeuge auf, prüft Zwischenergebnisse und liefert am Ende ein fertiges Ergebnis. Im Unternehmen lohnt sich das dort, wo ein Ablauf klar beschreibbar ist und oft genug vorkommt.

Mehr dazu: KI-Agenten im Unternehmen →

Antigravity

Antigravity ist Googles Entwicklungsumgebung für Coding-Agenten, mit IDE, Kommandozeile agy und seit dem 13. Oktober 2026 auch in der Gemini-App für den Mac (Englisch, ab 18). Für Einzelpersonen kostet sie 0 $ mit Basis-Limits, mehr Nutzung gibt es mit Google AI Pro und Ultra; Unternehmen buchen sie über Google Cloud ab 30 $ pro Platz oder nutzungsbasiert. Am 18. Juni 2026 hat Antigravity Gemini CLI und die Code-Assist-Erweiterungen für Einzelpersonen abgelöst. Bei privatem Zugang können Google-Mitarbeitende Interaktionen prüfen, das lässt sich in den Einstellungen abschalten; Pendants sind Claude Code und OpenAI Codex.

Mehr dazu: Programmieren mit Google →

Artifacts

Artifacts sind eigene Arbeitsfenster neben dem Chat, in denen Claude längere Ergebnisse ablegt: Dokumente, Tabellen, Code oder kleine Anwendungen. Der Vorteil gegenüber reinem Chat ist, dass du am Ergebnis weiterarbeitest, statt es aus dem Gesprächsverlauf herauszukopieren.

Mehr dazu: Alle Claude-Funktionen →

AVV, Auftragsverarbeitungsvertrag

Der AVV regelt nach Artikel 28 DSGVO, wie ein Dienstleister personenbezogene Daten im Auftrag verarbeitet. Für KI-Werkzeuge im Unternehmen ist er Pflicht, sobald Beschäftigten- oder Kundendaten hineingehen. Anthropic, OpenAI und Google stellen ihn bereit, meist automatisch Teil der Geschäftsbedingungen. Keine Rechtsberatung im Sinne des RDG.

Mehr dazu: Claude und DSGVO →

Business Premium Seat

Ein Premium Seat ist seit dem 24. August 2026 die höhere Lizenzstufe in ChatGPT Business: 125 $ monatlich oder 100 $ pro Monat bei Jahreszahlung, gegenüber 25 $ bzw. 20 $ für einen Standard Seat. Er bietet laut OpenAI die fünffache Kapazität, kein 5-Stunden-Limit und wöchentliche Resets. Das Claude-Pendant heißt Team Premium.

Mehr dazu: ChatGPT-Preise und Pläne →

ChatGPT Work

ChatGPT Work ist seit dem 9. Juli 2026 der Agent von OpenAI für längere Aufgaben über Apps und Dateien. Er arbeitet mit eigenem Browser, erstellt Slides, Tabellen, Dokumente und Websites, plant wiederkehrende Aufgaben und nutzt auf dem Desktop Computer Use. Work gehört zu den bezahlten Plänen, Free und Go können es laut Preisseite nur eingeschränkt in der Desktop-App ausprobieren. Bei Claude übernimmt die gemeinsame Oberfläche aus Chat und Cowork diese Rolle, bei Gemini kommt Tasks in Gemini dem am nächsten, das es in Deutschland aber nicht gibt.

Mehr dazu: ChatGPT Work im Detail →

Claude Cowork

Cowork war Anthropics Oberfläche für mehrstufige Wissens- und Büroarbeit, zuerst in der Claude-Desktop-App. Seit dem 16. September 2026 sind Chat und Cowork ein Produkt: Claude entscheidet in jeder Unterhaltung, ob eine Antwort reicht oder eine mehrstufige Aufgabe nötig ist, und erstellt Dokumente, Präsentationen und Designs direkt daneben. Seit dem 6. Oktober 2026 laufen neue Cowork-Aufgaben in Pro und Max nur noch in der Cloud; lokale Ordner bleiben auf dem Rechner und sind nur über die geöffnete Desktop-App erreichbar. Team und Enterprise nutzen Cowork in der Cloud als Beta.

Mehr dazu: Claude Cowork im Detail →

Claude Marketplace

Der Claude Marketplace ist seit dem 23. September 2026 Anthropics Verzeichnis für mehr als 2.000 Connectors und Plugins, dazu Claude-basierte Produkte wie Cursor, Harvey oder Snowflake und Service-Partner wie Accenture, BCG und Deloitte. Unternehmen mit Committed Spend bei Anthropic können einen Teil davon für Partner-Software einsetzen.

Mehr dazu: Claude-Plugins und Marketplace →

Connector

Ein Connector verbindet Claude mit einer externen App wie Google Drive, Microsoft 365, Notion oder Salesforce, damit Claude dort Inhalte lesen und je nach Freigabe auch handeln kann. Technisch basieren Connectors auf MCP, aktivieren lassen sie sich ohne Programmierung. Laut Anthropics Preisseite sind Connectors schon im Free-Plan enthalten.

Mehr dazu: Claude Connectors erklärt →

Deep Research

Deep Research ist ein Modus, in dem das Modell über mehrere Minuten selbstständig recherchiert, Quellen liest, vergleicht und einen belegten Bericht schreibt. ChatGPT und Gemini nennen ihn Deep Research, bei Claude heißt die Funktion Research; in der Gemini-App steht Deep Research in allen Plänen bereit, mit höheren Limits in Google AI Pro und Ultra. Er ersetzt keine Fachrecherche, spart aber die erste Sichtung. Wichtig: Quellen immer stichprobenartig nachprüfen.

Mehr dazu: ChatGPT Deep Research →

Gemini Deep Research →

Developer Mode (ChatGPT)

Der Developer Mode macht ChatGPT zu einem vollständigen MCP-Client: Eigene MCP-Server lassen sich mit allen Werkzeugen anbinden, lesend und schreibend. Verfügbar ist er in Plus, Pro, Business, Enterprise und Edu im Web, Schreibaktionen musst du standardmäßig bestätigen. OpenAI selbst nennt den Modus „powerful but dangerous“, er gehört deshalb in die Hände von Leuten, die wissen, welche Server sie anbinden. Eine Einschränkung für den Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) nennt OpenAI nicht.

Mehr dazu: ChatGPT Plugins und MCP →

Digital Omnibus

Digital Omnibus heißt das EU-Vorhaben, mehrere Digitalgesetze zu bündeln und Fristen anzupassen. Für die KI-Verordnung wurde damit unter anderem der Stichtag für Hochrisiko-Systeme nach Anhang III auf den 2. Dezember 2027 verschoben. Für Betreiber heißt das: mehr Zeit, aber keine Entwarnung.

Mehr dazu: EU-AI-Act-Schulung →

Effort-Level

Das Effort-Level steuert, wie viel Arbeit ein Modell in eine Antwort steckt, mit Adaptive Thinking auch, wie oft und wie tief es nachdenkt. Opus 5.5, Fable 5.1 und Sonnet 5.5 kennen fünf Stufen: low, medium, high, xhigh und max; Standard in der API ist bei Opus 5.5 medium, bei Fable 5.1 und Sonnet 5.5 high, und Haiku 5.5 ist seit dem 7. Oktober 2026 der erste Haiku mit Effort-Parameter (Standard medium). OpenAI nutzt in der API dieselben Stufennamen, im ChatGPT-Chat heißen die Denkstufen Instant, Medium, High, Extra High und Pro; Gemini 4 Argon kennt die Thinking-Stufen low, medium und high. Höhere Stufen liefern bei komplexen Aufgaben bessere Ergebnisse, kosten aber mehr Tokens, für Routineaufgaben ist die niedrigste passende Stufe die wirtschaftlichste.

Mehr dazu: Claude Opus 5.5 und das Effort-Level →

Fast Mode

Fast Mode ist eine schnellere Ausführung eines Modells gegen Aufpreis. Bei Claude Opus 5.5 kostet er laut Anthropic 8 $ Input und 40 $ Output pro Million Tokens statt 4 / 20 $ und liefert bis zu 2,5-fache Geschwindigkeit; seit dem 15. Oktober 2026 ist er auf der API ohne Zugangsantrag nutzbar. OpenAI bietet für GPT-6 Astra und GPT-6.1 Sol ebenfalls einen Fast Mode an; in ChatGPT verbraucht er laut OpenAI das enthaltene Kontingent 2,5-mal so schnell, die noch schnellere Stufe Ultrafast sogar 8-mal so schnell.

Mehr dazu: Claude Opus 5.5 erklärt →

Gemini Enterprise

Gemini Enterprise ist Googles KI-Plattform für Unternehmen mit eigenen Agenten, Datenspeichern und Drittanbietermodellen, getrennt von Gemini in Google Workspace. Es gibt die Editionen Business (laut Editionsseite 1 bis 500 Nutzer, laut FAQ für Teams bis 300), Standard, Plus, Pay-as-you-go und Frontline sowie einen 30-tägigen Test; die Produktseite nennt keine Preise mehr, „ab 30 $ pro Platz und Monat“ für Standard und Plus steht auf der Antigravity-Preisseite. Gemini 4 Argon läuft dort seit dem 13. Oktober 2026 auch in der Region eu mit Datenresidenz, und seit dem 15. Oktober lassen sich Claude Opus 5.5 und Sonnet 5.5 nach Admin-Freigabe nutzen. Daten nutzt Google nicht zum Training.

Mehr dazu: Gemini im Unternehmen →

Gemini Notebook (früher NotebookLM)

Gemini Notebook heißt seit dem 16. Juli 2026 das Recherche-Werkzeug von Google, das vorher NotebookLM hieß: Du gibst eigene Quellen vor und bekommst Antworten, Zusammenfassungen, Audio-Übersichten oder Mindmaps, die sich auf genau diese Quellen stützen. Es bleibt ein eigenständiges Produkt, ist aber in die Gemini-App integriert, und alte Links werden automatisch weitergeleitet. Wichtig für Unternehmen: Die Datenregionen und Freigabe-Einstellungen von Google Workspace gelten für Daten in Gemini Notebook nicht.

Mehr dazu: Gemini Notebook erklärt →

Halluzination

Von Halluzination spricht man, wenn ein Sprachmodell etwas erfindet und überzeugend als Tatsache darstellt: erfundene Quellen, falsche Zahlen, nicht existierende Paragrafen. Das Risiko sinkt mit klaren Prompts, mitgeliefertem Kontext und Websuche, verschwindet aber nie. Deshalb gehört zu jedem produktiven Einsatz eine Prüfschleife.

Mehr dazu: Warum KI-Entscheidungen schwer erklärbar sind →

Hochrisiko-KI

Hochrisiko-KI ist eine Einstufung der EU-KI-Verordnung für Systeme, die Menschen erheblich beeinträchtigen können, etwa bei Personalauswahl, Kreditvergabe oder kritischer Infrastruktur. Sie bringt umfangreiche Pflichten mit sich. Die meisten Werkzeuge im Mittelstand fallen nicht darunter, die Einordnung sollte aber dokumentiert sein.

Mehr dazu: AI-Act-ready in zwei Wochen →

Intelligent UI (ChatGPT)

Intelligent UI heißt die Antwortform, mit der GPT-6 im ChatGPT-Chat seit dem 7. Oktober 2026 Grafiken, Buttons und interaktive Elemente direkt in die Antwort setzt, statt nur Text zu liefern. Sie kommt mit GPT-6 im Chat, das seit diesem Tag in allen Plänen läuft, und funktioniert in den Denkstufen Instant bis Extra High; die Stufe Pro mit GPT-6 Astra unterstützt sie nicht. Ähnliche interaktive Ergebnisse erzeugt Claude als Diagramme und Visuals in HTML oder SVG, Gemini im Canvas.

Mehr dazu: ChatGPT-Modelle im Vergleich →

GPT-6 im Chat für alle Pläne →

KI-Kompetenz nach Artikel 4

Artikel 4 verpflichtet Anbieter und Betreiber von KI-Systemen zu Maßnahmen, die die Entwicklung von KI-Kompetenz unterstützen. Die seit Juli 2026 geänderte Regel verlangt kein garantiertes Kompetenzniveau einzelner Personen. Die Maßnahmen sollen zu Vorwissen, Aufgaben und Einsatzkontext passen. Ein bestimmter Schulungskurs oder ein Zertifikat ist damit nicht vorgeschrieben. Quelle: EU-Kommission: KI-Kompetenz und geänderter Artikel 4. Ein dokumentierter Workshop kann eine Maßnahme sein; er ersetzt nicht die Prüfung des konkreten Einsatzes.

Mehr dazu: Schulungsnachweis nach Artikel 4 →

KI-Modus (AI Mode)

Der KI-Modus ist die KI-Suche von Google für längere Fragen: Statt einer Linkliste bekommst du eine ausformulierte Antwort mit Links zu den Quellen und kannst mit Folgefragen weitersuchen. In Deutschland läuft er seit dem 8. Oktober 2025 auf Deutsch, zur I/O im Mai 2026 hat Google Gemini 3.5 Flash zum Standardmodell gemacht, und laut Google nutzen ihn weltweit über 1 Milliarde Menschen im Monat. Im KI-Modus der Google Suche gibt es Gemini 4 Argon laut Google nur in ausgewählten Ländern; ob Deutschland dazugehört, lässt sich aus Googles Angaben nicht eindeutig ablesen. Für Website-Betreiber gibt es laut Google keine Sonderregeln: Es zählen dieselben Grundlagen wie für die normale Suche.

Mehr dazu: Sichtbar in Googles KI-Suche →

Gemini Guide: Modelle und Funktionen →

KI-Wasserzeichen (Art. 50)

Ein KI-Wasserzeichen ist eine unsichtbare, maschinenlesbare Markierung, an der sich KI-erzeugte Texte, Bilder oder Dateien erkennen lassen; Artikel 50 Absatz 2 der KI-Verordnung verlangt sie von Anbietern generativer KI. Anthropic markiert Texte seit dem 2. August 2026 weltweit, derzeit bei Opus 5.5, Opus 5, Fable 5.1 und Mythos 5.1, die übrigen Modelle folgen bis zum 2. Dezember 2026. Für Dateien setzt Anthropic auf C2PA (Content Credentials).

Mehr dazu: KI-Wasserzeichen und Artikel 50 →

Kontextfenster

Das Kontextfenster ist die Menge an Text, die ein Modell in einer Anfrage gleichzeitig berücksichtigen kann, gemessen in Tokens. Aktuelle Spitzenmodelle liegen bei rund 1 Million Tokens, das entspricht mehreren tausend Seiten. Größer ist nicht automatisch besser: Sehr lange Kontexte kosten mehr und lenken das Modell ab.

Mehr dazu: Claude-Modelle im Vergleich →

Legacy-Modell

Ein Legacy-Modell ist ein Vorgängermodell, das weiter läuft, aber nicht mehr empfohlen wird und zu einem angekündigten Termin abgeschaltet werden kann. Claude Opus 5 hat seit dem Start von Opus 5.5 am 22. September 2026 diesen Status, abgeschaltet wird es laut Anthropic nicht vor dem 24. Juli 2027. Wer Abläufe darauf gebaut hat, sollte den Wechsel rechtzeitig testen.

Mehr dazu: Claude-Modelle und Lebenszyklus →

MCP, Model Context Protocol

MCP ist ein offener Standard, über den KI-Werkzeuge auf externe Systeme zugreifen: Dateien, Datenbanken, Ticketsysteme, interne APIs. Statt für jedes Modell eine eigene Anbindung zu bauen, wird der Server einmal geschrieben und von allen Clients genutzt. In Claude nutzt du MCP meist über fertige Connectors, eigene Systeme bindest du über einen eigenen MCP-Server an. In ChatGPT geht das über den Developer Mode, in der Gemini-App über Custom apps, die es bisher nur in den USA gibt.

Mehr dazu: MCP verständlich erklärt →

Claude Connectors im Überblick →

Developer Mode bei ChatGPT →

Plugin

Ein Plugin bündelt Connectors (MCP), Skills oder beides zu einem installierbaren Paket für Claude und Claude Code. Seit dem 25. September 2026 können Entwickler auf bezahlten Claude-Plänen Plugins über ein Portal mit automatischer Sicherheitsprüfung einreichen. Bei ChatGPT ersetzen Plugins seit dem 9. Juli 2026 die bisherigen Apps und planmäßig ab dem 11. Dezember 2026 auch die Custom GPTs.

Mehr dazu: Claude-Plugins erklärt →

ChatGPT Plugins erklärt →

Prompt

Ein Prompt ist die Anweisung an ein Sprachmodell. Gute Prompts enthalten Rolle, Aufgabe, Kontext, Format und Abgrenzung. Der größte Hebel liegt selten in Formulierungstricks, sondern darin, dass jemand die Aufgabe vorher klar durchdacht hat. Wiederkehrende Prompts gehören als Vorlage ins Team, nicht in den Kopf einzelner Personen.

Mehr dazu: Prompt Engineering mit System →

Query Fan-out

Query Fan-out heißt das Verfahren, bei dem der KI-Modus und die Übersicht mit KI eine Frage in mehrere verwandte Suchen zu Unterthemen aufteilen und daraus eine Antwort zusammensetzen. Eine Seite kann dadurch auch über eine Teilfrage in die Antwort gelangen, nicht nur über die ursprüngliche Suchanfrage. Für deine Inhalte heißt das: Beantworte auf einer Seite auch die typischen Teil- und Folgefragen zu deinem Thema, statt nur das Hauptstichwort zu bedienen.

Mehr dazu: Was 2026 für Googles KI-Suche zählt →

RAG, Retrieval Augmented Generation

Bei RAG durchsucht das System zuerst eigene Dokumente und gibt die passenden Stellen zusammen mit der Frage an das Modell. Die Antwort stützt sich damit auf echte Quellen statt auf Trainingswissen. Das senkt Halluzinationen und macht Antworten belegbar. Voraussetzung ist eine gepflegte Dokumentenbasis.

Mehr dazu: KI-Automatisierung im Unternehmen →

Scheduled Task (geplante Aufgabe)

Eine Scheduled Task ist eine Aufgabe, die ein KI-Assistent nach Zeitplan selbstständig ausführt, etwa ein Wochenüberblick jeden Montagmorgen. In Claude gehören geplante Aufgaben seit dem 16. September 2026 zur gemeinsamen Oberfläche aus Chat und Cowork, laut Preisseite ab Pro. ChatGPT bietet Scheduled Tasks ebenfalls an, im Free-Plan bis zu drei; in der Gemini-App heißen sie geplante Aktionen und stehen ab Google AI Plus bereit.

Mehr dazu: Claude Cowork und geplante Aufgaben →

Shadow AI

Shadow AI bezeichnet die KI-Nutzung im Unternehmen, von der die Leitung nichts weiß: private Accounts, eigene Abos, Firmendaten in Consumer-Werkzeugen. Das ist der Normalfall, nicht die Ausnahme. Das Risiko liegt weniger im Werkzeug als darin, dass niemand weiß, welche Daten wohin fließen.

Mehr dazu: Shadow-AI-Check für 990 € →

Skills

Skills sind wiederverwendbare Anleitungen, die einem KI-Werkzeug beibringen, wie eine bestimmte Aufgabe erledigt wird: Markenstimme, Angebotsvorlage, Reporting-Format. Seit dem 18. Dezember 2025 sind sie als Agent Skills ein offener Standard und laufen über Anbieter hinweg. Sie werden erst geladen, wenn sie gebraucht werden, und belasten den Kontext nicht dauerhaft. In Claude sind Skills in den Plänen Free, Pro, Max, Team und Enterprise verfügbar, Voraussetzung ist aktivierte Code-Ausführung. In der Gemini-App rollen Skills für private Konten ab 18 seit dem 30. September 2026 aus, für Workspace-Konten seit dem 13. Oktober 2026, und lösen die Gems ab, die am 17. November 2026 in die Einstellungen wandern; Skills in Docs, Gmail und den übrigen Workspace-Apps hat Google auf unbestimmte Zeit verschoben. Bei ChatGPT stecken Skills in Plugins.

Mehr dazu: Claude Skills erklärt →

Skills in Gemini →

Tasks in Gemini (früher Gemini Spark)

Tasks in Gemini ist der Agent der Gemini-App, der seit dem 12. und 13. Oktober 2026 nicht mehr Gemini Spark heißt: Er automatisiert mehrstufige Abläufe, verwaltet Zeitpläne für laufende Aufgaben und bearbeitet bis zu 15 Tasks gleichzeitig. Tasks gibt es nur mit Google AI Pro oder Ultra, ab 18 und mit privatem Konto, und nicht im EWR, in der Schweiz, im Vereinigten Königreich und in Nigeria, also nicht in Deutschland. Nicht zu verwechseln mit dem „Gemini agent“, den Google Cloud am 8. Oktober 2026 für Gemini Enterprise angekündigt hat.

Mehr dazu: Gemini-Agenten in Deutschland →

Token

Ein Token ist die kleinste Verarbeitungseinheit eines Sprachmodells, grob ein Wortteil. Ungefähr vier Zeichen ergeben ein Token. Abgerechnet wird pro Million Tokens, getrennt nach Eingabe und Ausgabe. Für die Kostenschätzung genügt die Faustregel: 750 Wörter sind rund 1.000 Tokens.

Mehr dazu: Claude-Preise und API-Kosten →

Transparenzpflicht nach Artikel 50

Seit dem 2. August 2026 gelten die Transparenzpflichten nach Artikel 50 der KI-Verordnung: Menschen müssen erkennen können, dass sie mit einem KI-System interagieren, und künstlich erzeugte oder veränderte Inhalte müssen gekennzeichnet sein. Für die maschinenlesbare Markierung nach Absatz 2 gilt für Anbieter generativer Systeme, die schon vor dem 2. August 2026 am Markt waren, eine Nachfrist bis zum 2. Dezember 2026. Betroffen sind in der Praxis vor allem Chatbots und KI-generierte Bilder und Texte.

Mehr dazu: Artikel-50-Check und KI-Richtlinie →

KI-Wasserzeichen nach Artikel 50 →

Übersicht mit KI (AI Overviews)

Die Übersicht mit KI ist eine KI-generierte Zusammenfassung, die Google bei manchen Suchanfragen direkt auf der Ergebnisseite zeigt, mit Links zu den genutzten Quellen. In Deutschland gibt es sie seit dem 26. März 2025 für angemeldete Nutzer ab 18, seit Mai 2026 verbindet Google sie mit dem KI-Modus zu einer durchgehenden KI-Suche. In der Search Console belegt eine AI Overview eine einzige Position, alle Links darin erhalten dieselbe Position.

Mehr dazu: So misst du deine Sichtbarkeit in AI Overviews →

Ultrafast (OpenAI)

Ultrafast ist OpenAIs schnellste und teuerste Ausführungsstufe. In der API kostet GPT-6.1 Sol damit seit dem 8. Oktober 2026 12 $ Input, 0,60 $ Cached Input und 60 $ Output pro Million Tokens, GPT-6 Astra 60 $, 6 $ und 300 $. In ChatGPT Work und Codex gibt es Ultrafast nur in Pro 500 und in berechtigten Enterprise- und Edu-Workspaces (in Enterprise standardmäßig aus), nicht in Pro 100 und Pro 200 (dort zum Start auch nicht über Credits); für Plus und Business führt OpenAI Ultrafast nicht auf. Das Kontingent verbraucht es achtmal so schnell. Bei Claude heißt die schnellere Stufe Fast Mode, ein Ultrafast-Pendant gibt es nicht.

Mehr dazu: ChatGPT Pro und seine Stufen →

Usage Credits

Usage Credits sind ein nutzungsbasiertes Guthaben zusätzlich zum Abo. Sie kommen ins Spiel, wenn ein Modell nicht im Plan-Kontingent enthalten ist, etwa Claude Fable 5.1 im Pro-Plan. Abgerechnet wird zu Standard-API-Preisen. Wer regelmäßig das Spitzenmodell nutzt, fährt mit dem größeren Plan meist günstiger.

Mehr dazu: Welcher Claude-Plan sich rechnet →

WebMCP

WebMCP ist ein Entwurf der W3C Web Machine Learning Community Group, mit dem Websites KI-Agenten im Browser Funktionen wie Formulare als klar beschriebene Werkzeuge anbieten; ein W3C-Standard ist es nicht. Chrome testet WebMCP ab Version 149 in einem Origin Trial, bei Formularen über Attribute wie toolname und tooldescription, und ohne das Attribut toolautosubmit füllt der Agent nur aus, während der Mensch selbst absendet. Gemini in Chrome soll WebMCP laut Google bald unterstützen, ist in Deutschland derzeit aber nicht verfügbar.

Mehr dazu: Agentenfreundliche Formulare →

Zero Data Retention

Zero Data Retention (ZDR) bedeutet, dass ein Anbieter Eingaben und Ausgaben nach der Verarbeitung nicht speichert. Es ist keine Standardeinstellung, sondern muss vertraglich vereinbart werden, und gilt nicht überall: Für die Mythos-Klasse von Anthropic (Fable 5 und 5.1, Mythos 5 und 5.1) ist eine Aufbewahrung von 30 Tagen verpflichtend, auch für ZDR-Kunden, und die Self-hosted Environments von Claude Code stehen ZDR-Organisationen nicht offen. Für regulierte Prozesse ist das ein Prüfpunkt.

Mehr dazu: Datenschutz bei Claude →

Vom Begriff zur Praxis

Begriffe zu kennen ist der einfache Teil. Der schwierige ist herauszufinden, welche davon im eigenen Betrieb überhaupt eine Rolle spielen. Der Shadow-AI-Check macht in einer Woche sichtbar, wer welche Werkzeuge nutzt, welche Daten wohin fließen und wo das Risiko liegt. 990 € Festpreis zzgl. MwSt., Ergebnis nach 7 Tagen.

Shadow-AI-Check ansehen
Quellen

Offizielle Quellen und Stand der Recherche

Die Angaben zu Claude und ChatGPT stammen aus Primärquellen von Anthropic und OpenAI, die Angaben zu Google aus Primärquellen von Google und der W3C Web Machine Learning Community Group. Bei der Prüfung am 21. Oktober 2026 kamen die Quellen mit Abrufdatum 20. oder 21.10.2026 hinzu. Die Angaben zum Digital Omnibus stützen sich auf eine Sekundärquelle, die Quelle zu Artikel 4 steht direkt beim Begriff. Keine Rechtsberatung im Sinne des RDG.

FAQ

Häufige Fragen zu KI-Begriffen

Was ist der Unterschied zwischen einem Prompt und einem Skill?

Ein Prompt ist eine einzelne Anweisung für einen konkreten Fall. Ein Skill ist eine wiederverwendbare Anleitung, die das Werkzeug dauerhaft lernt und bei passenden Aufgaben von selbst anwendet. Faustregel: Was du dreimal gleich getippt hast, gehört als Skill hinterlegt.

Wie viele Tokens sind eine DIN-A4-Seite?

Eine gut gefüllte A4-Seite hat rund 500 Wörter, das sind etwa 650 bis 700 Tokens. Für die Kostenschätzung reicht die Faustregel 750 Wörter gleich 1.000 Tokens. Bei Claude kostet eine Million Input-Tokens laut Anthropic zwischen 0,10 Dollar (Haiku 5.5 bei Prompts bis 100.000 Tokens) und 10 Dollar (Fable 5.1), je nach Modell.

Brauchen wir für KI im Unternehmen einen AVV?

Sobald personenbezogene Daten ins Werkzeug gehen, also Kunden-, Bewerber- oder Beschäftigtendaten, ja. Bei Anthropic, OpenAI und Google ist der Auftragsverarbeitungsvertrag Teil der kommerziellen Bedingungen und muss nicht separat unterschrieben werden. Private Accounts haben keinen. Keine Rechtsberatung im Sinne des RDG.

Was ist der Unterschied zwischen RAG und einem großen Kontextfenster?

Beim großen Kontextfenster schickst du alle Dokumente bei jeder Anfrage mit, das kostet jedes Mal. Bei RAG sucht das System vorher die passenden Stellen heraus und schickt nur die mit. RAG ist günstiger und präziser, braucht aber Aufbau und gepflegte Dokumente.

Was ist der Unterschied zwischen dem KI-Modus und der Übersicht mit KI?

Die Übersicht mit KI ist eine kurze KI-Zusammenfassung direkt auf der normalen Ergebnisseite, der KI-Modus ist eine eigene Ansicht für längere Fragen mit Folgefragen. Seit Mai 2026 verbindet Google beide zu einer durchgehenden KI-Suche, Folgefragen aus einer Übersicht führen in den KI-Modus. Für Website-Betreiber gelten in beiden Fällen laut Google dieselben Grundlagen wie für die normale Suche.

Ist Shadow AI wirklich ein Problem?

Nicht die Nutzung ist das Problem, sondern die fehlende Sichtbarkeit. Wenn niemand weiß, welche Daten in welchem Werkzeug landen, lassen sich weder Datenschutz noch Qualität steuern. Der übliche erste Schritt ist eine Bestandsaufnahme, kein Verbot.

Welche Begriffe braucht die Geschäftsführung wirklich?

Fünf reichen für den Anfang: Token, weil daran die Kosten hängen. Kontextfenster, weil daran die Möglichkeiten hängen. Halluzination, weil daran die Prüfpflicht hängt. Shadow AI, weil das der Ausgangszustand ist. Und KI-Kompetenz nach Artikel 4, weil diese Pflicht seit Februar 2025 für jeden Betrieb gilt, der KI einsetzt.

Wenn das Team mitkommen soll

Ein Glossar ersetzt keine gemeinsame Arbeitsgrundlage. Im Team-Workshop bauen alle Teilnehmenden an eigenen Aufgaben, mit gemeinsamen Prompts, klaren Datenregeln und einem Schulungsnachweis nach Artikel 4 KI-VO. Ab 3.490 € für 1 bis 2 Tage und 5 bis 30 Personen.

KI-Workshop ansehen
Weiterführend

Wo du tiefer einsteigst

Jean Hinz, KI-Berater für den Mittelstand aus Lüneburg

Über den Autor

Jean Hinz

KI-Berater für den Mittelstand, Lüneburg/Hamburg

Ich begleite Geschäftsführungen und Teams dabei, KI vom Einzelexperiment in einen belastbaren Betrieb zu überführen. Schwerpunkt: Prozesse zuerst, Werkzeuge danach. Praxis aus Industrie, Tourismus, Veranstaltungen und weiteren Unternehmensbereichen.

  • Beratung & Umsetzung aus einer Hand
  • Arbeit an euren eigenen Prozessen
  • Seit 2023 KI-Beratung
KI im Unternehmen

In 30 Minuten klären wir, welche dieser Begriffe für euch wirklich zählen.

Kein Vortrag über Technik. Wir schauen auf eure Prozesse und den nächsten sinnvollen Schritt.

Erstgespräch buchen, kostenfrei →

30 Minuten · Unverbindlich · Per Video-Call

Erstgespräch buchen →