Kurz erklärt: Ein guter ChatGPT-Prompt beschreibt Aufgabe, Kontext, gewünschtes Ergebnis und Prüfkriterien. Starte mit einer Vorlage, ersetze die Platzhalter und überarbeite die Antwort gezielt. Für aktuelle Fakten gehören Quellen dazu. Seit GPT-6 wählst du die Denktiefe getrennt vom Prompt: Für E-Mails reicht die schnelle Stufe, für Vergleiche und Prüfungen lohnt eine höhere.
Wie schreibst du einen guten ChatGPT-Prompt?
Schreibe so, wie du einer Kollegin eine Aufgabe erklären würdest: Was soll entstehen, wer braucht es, welche Informationen gelten und woran erkennst du ein brauchbares Ergebnis? Eine Rolle wie „Du bist Marketingexperte“ kann den Blickwinkel erklären. Sie ersetzt keine Fakten und ist keine Voraussetzung für gute Antworten. [1]
| Baustein | Beispiel |
|---|---|
| Aufgabe | Überarbeite eine Kundenantwort. |
| Kontext | Der Kunde fragt nach einer verspäteten Lieferung. |
| Material | Nutze die unten genannten, bestätigten Lieferinformationen. |
| Ergebnis | Eine E-Mail mit höchstens 120 Wörtern. |
| Prüfung | Keine erfundenen Termine, Rabatte oder Zusagen. |
Die Bausteine sind eine Arbeitshilfe, kein Pflichtformular. Eine kurze Umformulierung braucht weniger Kontext als eine Entscheidungsvorlage. Beschränke dich auf Angaben, die die Antwort tatsächlich verändern.
7 Prompt-Vorlagen zum Kopieren
Die folgenden Vorlagen sind Beispiele für typische Büroaufgaben. Ersetze die eckigen Klammern und füge nur Material hinzu, das du in deinem Arbeitsbereich verwenden darfst. Du kannst die Texte direkt markieren oder die Kopierfunktion nutzen.
Alle sieben Vorlagen als Textdatei herunterladen
1. Eine Kunden-E-Mail beantworten
Entwirf eine Antwort auf diese Kunden-E-Mail: [E-Mail]. Bestätigte Informationen: [Fakten]. Ziel: [gewünschter nächster Schritt]. Schreibe auf Deutsch, freundlich und direkt, maximal 120 Wörter. Erfinde keine Liefertermine, Rabatte oder Zusagen. Wenn Angaben fehlen, markiere sie als [offen]. Gib nur den Entwurf und darunter die offenen Punkte aus. Versende nichts.
Prüfe danach: Stimmen Namen, Termine und Zusagen mit dem Original überein? Gerade ein höflich formulierter Satz kann eine unerwünschte Verpflichtung enthalten.
2. Einen Text im eigenen Stil überarbeiten
Überarbeite den Text für [Zielgruppe] und [Kanal]. Ziel: [gewünschte Wirkung]. Text: [Entwurf]. Stilbeispiel: [freigegebenes Beispiel]. Übernimm nur Ton und Satzlänge des Beispiels, keine darin genannten Fakten. Erhalte die Aussagen des Entwurfs. Verwende konkrete Verben, kurze Absätze und keine Werbeübertreibungen. Liefere eine Fassung mit höchstens [Wortzahl] Wörtern und eine Liste inhaltlicher Änderungen.
Prüfe danach: Ist der Text verständlich, ohne neue Behauptungen einzuführen? Lies ihn laut; die passende Tonalität bleibt eine redaktionelle Entscheidung.
3. Ein PDF mit Fundstellen auswerten
Lies das angehängte Dokument [Dateiname]. Beantworte: [konkrete Frage]. Verwende ausschließlich dieses Dokument. Nenne zu jeder Kernaussage Seite oder Abschnitt; erfinde keine Fundstellen. Kennzeichne unlesbare Seiten, fehlende Informationen und Widersprüche. Ausgabe als einfache Tabelle: Kernaussage | Fundstelle | Bedeutung für [Aufgabe] | offene Frage. Trenne Aussagen aus dem Dokument von deiner Interpretation.
Prüfe danach: Öffne die genannten Stellen. Bei Scans, Grafiken und schlecht erkannten Tabellen kann die Auswertung unvollständig sein. Eine angegebene Seitenzahl allein ist kein Nachweis.
4. Aus Notizen ein Meeting-Protokoll erstellen
Strukturiere diese Meeting-Notizen: [Notizen]. Erstelle getrennte Abschnitte für Entscheidungen, Aufgaben und offene Fragen. Für Aufgaben: Aufgabe | ausdrücklich genannte verantwortliche Person | Termin | Beleg aus den Notizen. Trage bei fehlendem Namen oder Termin „nicht festgelegt“ ein. Mache aus Vorschlägen keine beschlossenen Maßnahmen. Gib danach höchstens drei Rückfragen aus.
Prüfe danach: Wurde etwas nur diskutiert oder tatsächlich beschlossen? Die Unterscheidung verhindert, dass aus einer Zusammenfassung falsche Zuständigkeiten entstehen.
5. Angebote fair vergleichen
Vergleiche die angehängten Angebote [Dateien] für [Entscheidung]. Unsere Muss-Kriterien: [Kriterien]. Vergleichsdimensionen: Leistungsumfang, einmalige Kosten, laufende Kosten, Laufzeit, Ausschlüsse und Einführungsaufwand. Verwende für alle Anbieter dieselben Dimensionen und nenne Fundstellen. Unterscheide netto/brutto, Monat/Jahr und pro Person/pro Team. Fehlende Angaben bleiben „nicht angegeben“. Rechne alle Kosten auf dieselbe Basis um und zeige den Rechenweg. Erstelle eine einfache Vergleichstabelle, offene Rückfragen und eine vorläufige Empfehlung. Ergänze keine fehlenden Preise aus Schätzungen.
Prüfe danach: Sind die Angebote wirklich vergleichbar? Ein günstiger Monatspreis ohne Einrichtung und Mindestlaufzeit ist keine vollständige Kostenrechnung.
6. Einen Arbeitsprozess dokumentieren
Erstelle aus diesen Notizen eine Arbeitsanweisung: [Notizen]. Zielgruppe: [Rolle]. Auslöser: [Ereignis]. Gewünschtes Ergebnis: [Ergebnis]. Gliedere nach Voraussetzungen, nummerierten Schritten, Entscheidungspunkten, Ausnahmen und Abschlussprüfung. Kennzeichne fehlende Informationen. Erfinde keine Freigaben oder Systemzugänge. Ergänze am Ende einen Testfall, mit dem wir prüfen können, ob jemand die Anleitung ohne Rückfragen versteht.
Prüfe danach: Lässt sich jeder Schritt mit den tatsächlichen Zugängen ausführen? Lass eine zweite Person den Testfall durchgehen.
7. Einen Entwurf gegen Anforderungen prüfen
Prüfe diesen Entwurf: [Text]. Anforderungen: [Anforderungen]. Originalquellen: [Material]. Liste konkrete Abweichungen als Tabelle: Aussage | Problem | Beleg oder fehlender Beleg | Korrektur. Achte auf erfundene Zahlen, unbelegte Zusagen und ausgelassene Anforderungen. Wenn keine Originalquelle vorliegt, sage ausdrücklich, was nicht geprüft werden kann. Überarbeite danach nur die betroffenen Stellen.
Prüfe danach: Eine Selbstprüfung ist kein unabhängiger Faktencheck. Nutze die Fundstellen und Anforderungen, um wichtige Aussagen selbst nachzuvollziehen.
Welche Denkstufe passt zu welchem Prompt?
Seit dem 7. Oktober 2026 läuft der Chat auf GPT-6, und die Denktiefe wählst du getrennt vom Prompt. Plus bietet Medium und High, Pro, Business und Enterprise alle Stufen bis Extra High und Pro; die Stufe Pro nutzt GPT-6 Astra. Free und Go haben keine Stufen, nur „Think“. Ein guter Prompt bleibt trotzdem die Grundlage: Eine höhere Stufe gleicht fehlendes Material nicht aus. [3] [4]
| Vorlage | Startpunkt | Höher stellen, wenn |
|---|---|---|
| 1. Kunden-E-Mail, 2. Stil überarbeiten | Instant | die Antwort Zusagen oder Fakten aus mehreren Quellen abwägen muss |
| 3. PDF auswerten, 4. Protokoll | Medium | das Dokument lang ist oder Fundstellen fehlen |
| 5. Angebote vergleichen, 6. Prozess, 7. Entwurf prüfen | High | viele Kriterien, Rechenschritte oder Widersprüche im Spiel sind; Extra High und Pro nur in Pro, Business und Enterprise |
Mein Praxis-Tipp: Die Tabelle ist eine Orientierung, kein Messergebnis. Starte niedriger und erhöhe die Stufe nur, wenn die Antwort an der Prüfung scheitert; höhere Stufen brauchen mehr Zeit. Mit „Intelligent UI“ kann GPT-6 Antworten mit Grafiken, Buttons und interaktiven Elementen anreichern. Wenn du ein Ergebnis in ein anderes Programm kopieren willst, verlange ausdrücklich einfachen Text oder eine einfache Tabelle.
Welche ChatGPT-Tipps helfen im Alltag?
Erst die Unklarheiten klären: Ergänze bei komplexen Aufträgen „Stelle vorab die zwei wichtigsten Rückfragen“. Das lohnt sich, wenn unterschiedliche Annahmen zu verschiedenen Ergebnissen führen würden. Für eine einfache E-Mail wäre ein langes Interview unnötig.
Ein Beispiel statt fünf Stiladjektive: Ein freigegebener Mustertext macht Ton, Länge und Struktur konkret. Sage ausdrücklich, dass das Beispiel keine Faktenquelle für den neuen Auftrag ist.
Gezielt nacharbeiten: Statt „Mach es besser“ hilft „Kürze den Einstieg, erhalte die drei genannten Termine und ergänze eine klare Rückfrage“. So bleibt brauchbare Arbeit erhalten. [1]
Wiederkehrenden Kontext bündeln: Speichere stabile Vorgaben in einem ChatGPT-Projekt. Tagesaktuelle Angaben gehören weiterhin zur einzelnen Aufgabe. Für eine Recherche mit mehreren Quellen nutze die Recherchevorlage.
Was ein Prompt nicht zuverlässig lösen kann
Ein Prompt schaltet keine fehlenden Funktionen frei und erweitert keine Kontingente. Auch „Antworte fehlerfrei“ ersetzt keine Prüfung. Wenn Material fehlt, ist eine sichtbare Lücke wertvoller als eine plausible Ergänzung.
Lange Rollenbeschreibungen, künstliche Dringlichkeit oder angebliche Geheimwörter sind kein reproduzierbares Qualitätssystem. Vergleiche lieber zwei Prompt-Fassungen mit denselben Beispieldaten. Prüfe Vollständigkeit, Faktentreue und die Zeit für Nacharbeit. Die Vorlagen auf dieser Seite enthalten deshalb jeweils einen überprüfbaren Maßstab.
Häufige Fragen
Was ist ein ChatGPT-Prompt?
Ein Prompt ist dein Auftrag an ChatGPT. Er kann eine Frage, eine Arbeitsanweisung oder einen Text mit ergänzenden Dateien enthalten.
Muss ich ChatGPT auf Englisch ansprechen?
Nein. Für deutschsprachige Aufgaben kannst du den Auftrag auf Deutsch schreiben und Zielgruppe, Ton und Format auf Deutsch beschreiben.
Brauche ich Plus für diese Prompt-Vorlagen?
Nein, die Textvorlagen funktionieren auch im Free-Plan, der laut Release Notes seit Oktober 2026 GPT-6 Luna nutzt. Denkstufen wählst du erst ab Plus, Free und Go haben nur „Think“. Für Dateiuploads, Recherche und weitere Werkzeuge gelten die Limits deines Kontos.
Welche Denkstufe soll ich für einen Prompt wählen?
Für kurze Texte reicht meist Instant, für Dokumentauswertungen und Vergleiche lohnt eine höhere Stufe wie Medium oder High. Plus bietet Medium und High, Pro, Business und Enterprise zusätzlich Extra High und Pro. Höhere Stufen brauchen länger, wechsle deshalb erst, wenn die schnelle Antwort nicht reicht.
Warum erfindet ChatGPT trotz eines guten Prompts Fakten?
Eine klare Anweisung verhindert Fehler nicht vollständig. Gib Originalquellen mit, verlange Fundstellen und prüfe wichtige Aussagen selbst.
Sind diese Vorlagen getestete Kundenergebnisse?
Nein. Es sind eigene Arbeitsvorlagen für typische Aufgaben. Ob sie für deinen Prozess passen, musst du anhand eigener freigegebener Beispiele prüfen.
Quellen und Aktualität
Produktangaben zuletzt geprüft am 21. Oktober 2026; die Quellen 1 und 2 stammen aus der Erstfassung vom 9. September 2026 und gelten weiter. Oberfläche und Freischaltung können je nach Konto, Tarif, Region und Arbeitsbereich abweichen. Die Praxisvorlagen sind eigene Beispiele; sie dokumentieren keine Kundenergebnisse.
- OpenAI: Prompting, abgerufen am 09.09.2026
- OpenAI: ChatGPT Enterprise Prompting Guide, abgerufen am 09.09.2026
- OpenAI: ChatGPT Release Notes (GPT-6 mit Intelligent UI, 07.10.2026) und GPT-6 for everyone, abgerufen am 20.10.2026
- OpenAI-Hilfe-Center: GPT-6 and other models in ChatGPT (Denkstufen je Plan), abgerufen am 20.10.2026
Den nächsten Schritt im Team gehen
Wenn jede Person im Team dieselben Prompts neu erfindet, helfen gemeinsame Vorlagen und klare Prüfkriterien. Im Workshop lässt sich das an euren freigegebenen Arbeitsaufgaben aufbauen.