Stand: 9. September 2026
Deep Research

ChatGPT Deep Research: Anleitung, Prompts und Quellenprüfung

Eine gute Recherche beantwortet eine Entscheidung und macht ihre Belege nachvollziehbar. Hier findest du einen Ablauf für Anbieter-, Markt- und Themenrecherchen – mit einer Vorlage und einer Prüfung, die über eine Quellenliste hinausgeht.

Kurz erklärt: Nutze Deep Research für Fragen, die mehrere Quellen und einen begründeten Vergleich brauchen. Definiere Fragestellung, Zeitraum, Kriterien und Ausgabe vorab. Prüfe anschließend die entscheidenden Quellen; ein zitierter Bericht kann trotzdem Fehler enthalten.

Wann lohnt sich Deep Research?

Eine schnelle Websuche ist passend, wenn du einen aktuellen Termin oder eine einzelne Produktangabe brauchst. Für eine Anbieterentscheidung musst du dagegen mehrere Quellen lesen, widersprüchliche Angaben einordnen und dieselben Kriterien auf alle Optionen anwenden. Dafür ist ein strukturierter Rechercheauftrag sinnvoll. OpenAI zeigt für Deep Research ausdrücklich Beispiele mit Entscheidungsziel, Vergleichskriterien, Belegregeln und offengelegten Unsicherheiten. [1]

Aufgabe Passender Einstieg Ergebnis
Eine aktuelle Angabe prüfen Chat mit Websuche Kurze Antwort mit direkter Quelle
Mehrere Optionen fundiert vergleichen Deep Research, sofern verfügbar Bericht mit Belegen und offenen Punkten
Aus Recherche eine Datei erstellen ChatGPT Work Prüfbare Tabelle, Präsentation oder Dokument
Ein externes System bedienen Unterstützte Werkzeuge oder Agent-Funktionen Entwurf oder Handlung mit passenden Freigaben

Recherche und Ausführung sind unterschiedliche Aufgaben. Wenn du eine fertige Datei brauchst, kann ChatGPT Work die Recherche mit der Erstellung des Ergebnisses verbinden. [2]

So bereitest du die Recherche vor

  1. Entscheidung formulieren: „Welches Support-Werkzeug passt zu unserem fünfköpfigen Team?“ ist konkreter als „Recherchiere Support-Tools“.
  2. Rahmen festlegen: Sprache, Region, Budgetrahmen, vorhandene Systeme und relevante Zeitspanne nennen.
  3. Quellen eingrenzen: Originalunterlagen anhängen und passende Anbieter-, Behörden- oder Forschungsquellen benennen.
  4. Ausgabe definieren: Ein Vergleich mit identischen Kriterien, Quellen und offenen Fragen statt einer beliebig langen Übersicht.
  5. Plan prüfen: Vor einer umfangreichen Recherche die Auswahl der Optionen und die Kriterien abstimmen.

Wähle die Recherchefunktion, die in deinem Konto verfügbar ist. Falls deine Oberfläche Deep Research anbietet, starte dort den Auftrag. In ChatGPT Work kannst du auch einen Recherchebericht als gewünschtes Ergebnis beschreiben. Benennung, Zugang und Werkzeuge können je nach Oberfläche und Tarif abweichen. [2]

Ein sauberer Auftrag begrenzt unnötige Arbeit. Für einen ersten Vergleich reichen oft wenige passende Optionen. Wenn eine Muss-Anforderung schon ausgeschlossen ist, muss das System nicht sämtliche übrigen Details dieses Anbieters untersuchen.

Recherche-Prompt für einen Anbieter-Vergleich

Beispielszenario: Ein mittelständisches Team möchte ein Werkzeug für Kundenanfragen auswählen. Die Vorlage ist ein Ausgangspunkt; sie enthält keine tatsächlichen Anbieterbewertungen.

Entscheidungsziel: [Welche konkrete Entscheidung müssen wir treffen?]
Kontext: [Teamgröße, Region, vorhandene Systeme, Budgetrahmen]. Stichtag: [Datum].
Vergleiche höchstens [Anzahl] geeignete Optionen. Muss-Kriterien: [Kriterien]. Weitere Dimensionen: Leistungsumfang, Gesamtkosten, Einführungsaufwand, Integrationen und Grenzen.
Zeige zuerst den Rechercheplan. Nutze aktuelle Primärquellen und die angehängten Dateien. Öffne die Quellen; behandle Suchtreffer nicht als vollständigen Beleg.
Belege entscheidende Aussagen mit direkter URL sowie Veröffentlichungs- oder Abrufdatum. Unterscheide Anbieterbehauptungen, unabhängig belegte Fakten und deine Bewertung.
Kennzeichne fehlende Daten und Widersprüche. Erfinde keine Preise, Testergebnisse oder Zitate. Stelle veraltete Angaben nicht als aktuell dar.
Liefere: eine kurze Einordnung, eine Vergleichstabelle mit identischen Kriterien, offene Fragen, eine vorläufige Empfehlung mit Bedingungen und ein Quellenverzeichnis. Keine Anbieter kontaktieren, nichts buchen oder kaufen.

Der entscheidende Zusatz sind die Belegregeln. „Mit Quellen“ allein sagt noch nicht, welche Behauptung durch welche Quelle gedeckt sein muss. Mit einem einheitlichen Vergleich vermeidest du außerdem, dass bei Anbieter A der Preis und bei Anbieter B nur die Funktionsliste bewertet wird.

Quellen bewerten, bevor du Punkte vergibst

Prüffrage Worauf du achtest
Ist es die Originalquelle? Für Produktdetails: Anbieter-Dokumentation. Für eine Studie: Originalveröffentlichung statt Pressezusammenfassung.
Passt der Zeitpunkt? Ein alter Launchpreis kann heute nicht mehr gelten; eine neue Veröffentlichung kann alte Daten enthalten.
Passt der Geltungsbereich? Deutschland oder USA, Privat- oder Unternehmenskonto, Monat oder Jahr, netto oder brutto.
Trägt die Quelle die Aussage? Die verlinkte Stelle muss genau die entscheidende Behauptung belegen.
Ist die Quelle unabhängig? Ein Anbieter kann Funktionen beschreiben; seine Selbsteinschätzung ist noch kein unabhängiger Leistungstest.

Setze fehlende Angaben nicht automatisch auf null Punkte. Das würde „unbekannt“ mit „schlecht“ verwechseln. Nutze stattdessen eine offene Frage oder kennzeichne die Bewertung als vorläufig. Falls du Kriterien gewichtest, lege die Gewichte vor dem Vergleich fest und prüfe, ob eine kleine Änderung die Empfehlung kippt.

Den Bericht in fünf Schritten prüfen

  1. Entscheidende Belege öffnen: Preise, Zusagen und Ausschlusskriterien direkt in den Originalquellen lesen.
  2. Zahlen nachrechnen: Monats- und Jahresbeträge, Mengen und Teamgrößen auf dieselbe Basis bringen.
  3. Lücken suchen: Welche Anbieter oder relevanten Gegenargumente fehlen?
  4. Fakten von Urteilen trennen: Ist eine Empfehlung durch die Kriterien begründet oder nur überzeugend formuliert?
  5. Offene Fragen übernehmen: Eine nicht verfügbare Information bleibt ein Arbeitsauftrag für die Entscheidung.
Prüfe den Bericht gegen den ursprünglichen Auftrag und die tatsächlich geöffneten Quellen.
Markiere jede entscheidende Aussage ohne ausreichenden Beleg. Kontrolliere Datum, Region, Tarif und Rechenbasis. Zeige Widersprüche und nicht zugängliche Quellen separat.
Nenne danach die drei offenen Fragen, deren Antwort die Empfehlung am stärksten verändern könnte. Erfinde keine Antworten, um Lücken zu schließen.

Diese zweite Runde ist eine zusätzliche Kontrolle durch dasselbe System. Sie ersetzt weder das Öffnen der Quellen noch eine fachliche Prüfung. Die offizielle OpenAI-Anleitung empfiehlt ausdrücklich, wichtige Angaben und erzeugte Dateien vor der Verwendung zu prüfen. [3]

Was tun bei Limits, fehlenden Quellen oder unklaren Antworten?

Prüfe die Nutzungsanzeige deines Kontos, bevor du lange Aufträge startest. Für Work und Codex hängt der Verbrauch unter anderem von Modell, Umfang, Kontext und Werkzeugen ab; die Kontingente werden geteilt. Diese Work-Kontingente sind nicht automatisch eine feste Zahl von Deep-Research-Berichten. [4]

Bei nicht zugänglichen Quellen darf ChatGPT keine gelesenen Inhalte vortäuschen. Stelle eine freigegebene Datei bereit oder kennzeichne die Lücke. Bei einem zu allgemeinen Bericht verenge die Entscheidungsfrage, statt nur mehr Seiten anzufordern. Für wiederkehrende Recherchen hält ein Projekt mit aktuellen Quellen den Hintergrund zusammen.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Suche und Deep Research?

Eine Suche eignet sich für eine einzelne aktuelle Angabe. Deep Research passt zu mehrstufigen Fragen, bei denen mehrere Quellen gelesen, verglichen und in einem Bericht eingeordnet werden sollen.

Kann ich eigene Dokumente einbeziehen?

Ja, sofern Datei- und Quellenfunktionen in deinem Konto verfügbar sind. Benenne die verbindlichen Dateien und verlange Hinweise auf nicht lesbare oder nicht zugängliche Inhalte.

Ist ein Bericht mit Quellen automatisch richtig?

Nein. Quellen können veraltet, falsch zugeordnet oder für die konkrete Aussage ungeeignet sein. Prüfe entscheidende Aussagen direkt in den Originalquellen.

Wie viele Deep-Research-Berichte kann ich erstellen?

Das hängt von deinem Tarif und der verfügbaren Funktion ab. Maßgeblich ist die Anzeige in deinem Konto; eine allgemeine feste Quote wäre nicht verlässlich.

Kann ChatGPT aus der Recherche eine Tabelle oder Präsentation erstellen?

ChatGPT Work kann aus Quellen prüfbare Dateien erstellen, wenn die notwendigen Werkzeuge verfügbar sind. Beschreibe das gewünschte Format und kontrolliere die fertige Datei.

Quellen und Aktualität

Produktangaben geprüft am 9. September 2026. Oberfläche und Freischaltung können je nach Konto, Tarif, Region und Arbeitsbereich abweichen. Die Praxisvorlagen sind eigene Beispiele; sie dokumentieren keine Kundenergebnisse.

  1. OpenAI: Deep-Research-Beispiele im Enterprise Prompting Guide
  2. OpenAI: Get started with ChatGPT Work
  3. OpenAI: Use ChatGPT – Ergebnisse prüfen
  4. OpenAI: Pricing und gemeinsame Work-/Codex-Nutzung

Den nächsten Schritt im Team gehen

Eine Recherche ist dann wertvoll, wenn sie eine echte Entscheidung erleichtert. Gemeinsam lassen sich Fragestellung, Quellen und Prüfkriterien für eure wiederkehrenden Aufgaben festlegen.

Jean Hinz, KI-Berater für den Mittelstand aus Lüneburg

Über den Autor

Jean Hinz

KI-Berater für den Mittelstand, Lüneburg/Hamburg

Ich begleite Geschäftsführungen und Teams dabei, KI vom Einzelexperiment in einen belastbaren Betrieb zu überführen. Schwerpunkt: Prozesse zuerst, Werkzeuge danach. Praxis aus Industrie, Tourismus, Veranstaltungen und weiteren Unternehmensbereichen.

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