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Deep Research

ChatGPT Deep Research: Anleitung, Prompts und Quellenprüfung

Eine gute Recherche beantwortet eine Entscheidung und macht ihre Belege nachvollziehbar. Hier findest du einen Ablauf für Anbieter-, Markt- und Themenrecherchen, mit einer Vorlage und einer Prüfung, die über eine Quellenliste hinausgeht.

Kurz erklärt: Nutze Deep Research für Fragen, die mehrere Quellen und einen begründeten Vergleich brauchen; im Free-Plan ist die Funktion laut OpenAI begrenzt. Definiere Fragestellung, Zeitraum, Kriterien und Ausgabe vorab. Für kürzere Recherchen reicht oft der Chat mit Websuche, der seit dem 7. Oktober 2026 auf GPT-6 läuft. Prüfe anschließend die entscheidenden Quellen; ein zitierter Bericht kann trotzdem Fehler enthalten.

Wann lohnt sich Deep Research?

Eine schnelle Websuche ist passend, wenn du einen aktuellen Termin oder eine einzelne Produktangabe brauchst. Für eine Anbieterentscheidung musst du dagegen mehrere Quellen lesen, widersprüchliche Angaben einordnen und dieselben Kriterien auf alle Optionen anwenden. Dafür ist ein strukturierter Rechercheauftrag sinnvoll. OpenAI zeigt für Deep Research ausdrücklich Beispiele mit Entscheidungsziel, Vergleichskriterien, Belegregeln und offengelegten Unsicherheiten. [1]

Aufgabe Passender Einstieg Ergebnis
Eine aktuelle Angabe prüfen Chat mit Websuche Kurze Antwort mit direkter Quelle
Mehrere Optionen fundiert vergleichen Deep Research (im Free-Plan begrenzt) Bericht mit Belegen und offenen Punkten
Aus Recherche eine Datei erstellen ChatGPT Work Prüfbare Tabelle, Präsentation oder Dokument; gemeinsame Präsentationen mit ChatGPT Slides
Ein externes System bedienen Unterstützte Werkzeuge oder Agent-Funktionen Entwurf oder Handlung mit passenden Freigaben

Recherche und Ausführung sind unterschiedliche Aufgaben. Wenn du eine fertige Datei brauchst, kann ChatGPT Work die Recherche mit der Erstellung des Ergebnisses verbinden. [2]

Was ändert GPT-6 für Recherchen in ChatGPT?

Der normale Chat ist gründlicher geworden: Seit dem 7. Oktober 2026 läuft er in allen Plänen auf GPT-6, in Plus, Pro, Business und Enterprise mit GPT-6 Sol, in Free und Go laut Release Notes mit GPT-6 Luna. Neu ist „Intelligent UI“: Antworten können Grafiken, Buttons und interaktive Elemente enthalten. Eine EU-Einschränkung nennt OpenAI für den Start nicht, er erfolgte laut Release Notes global. [6]

Plan Modell im Chat Denkstufen
Free, Go GPT-6 Luna Keine Stufen, nur „Think“
Plus GPT-6 Sol Medium und High
Pro, Business, Enterprise GPT-6 Sol, Stufe Pro mit GPT-6 Astra Alle Stufen: Instant, Medium, High, Extra High und Pro (in Enterprise je nach Admin-Einstellung)

Für die Praxis heißt das: Eine überschaubare Recherche mit wenigen Quellen erledigst du im Chat mit Websuche und einer höheren Denkstufe. Deep Research lohnt sich, wenn viele Quellen gelesen und gegeneinander abgewogen werden sollen. Soll aus der Recherche eine Datei werden, nutzt du ChatGPT Work mit GPT-6.1 Sol und standardmäßig 500.000 Tokens Kontext. Die Stufe Pro unterstützt Intelligent UI nicht. Alle Modelle erklärt die Seite ChatGPT-Modelle. [7] [8]

Zum Vergleich: Bei Google bietet Gemini Deep Research in allen Plänen einen Forschungsplan, den du vor dem Start bearbeitest, und kann Gmail, Drive und eigene Dateien einbeziehen. Bei Anthropic steckt die Recherchefunktion in den Claude-Funktionen.

So bereitest du die Recherche vor

  1. Entscheidung formulieren: „Welches Support-Werkzeug passt zu unserem fünfköpfigen Team?“ ist konkreter als „Recherchiere Support-Tools“.
  2. Rahmen festlegen: Sprache, Region, Budgetrahmen, vorhandene Systeme und relevante Zeitspanne nennen.
  3. Quellen eingrenzen: Originalunterlagen anhängen und passende Anbieter-, Behörden- oder Forschungsquellen benennen.
  4. Ausgabe definieren: Ein Vergleich mit identischen Kriterien, Quellen und offenen Fragen statt einer beliebig langen Übersicht.
  5. Plan prüfen: Vor einer umfangreichen Recherche die Auswahl der Optionen und die Kriterien abstimmen.

Wähle die Recherchefunktion, die in deinem Konto verfügbar ist. Falls deine Oberfläche Deep Research anbietet, starte dort den Auftrag. In ChatGPT Work kannst du auch einen Recherchebericht als gewünschtes Ergebnis beschreiben. Benennung, Zugang und Werkzeuge können je nach Oberfläche und Tarif abweichen. [2]

Ein sauberer Auftrag begrenzt unnötige Arbeit. Für einen ersten Vergleich reichen oft wenige passende Optionen. Wenn eine Muss-Anforderung schon ausgeschlossen ist, muss das System nicht sämtliche übrigen Details dieses Anbieters untersuchen.

Recherche-Prompt für einen Anbieter-Vergleich

Beispielszenario: Ein mittelständisches Team möchte ein Werkzeug für Kundenanfragen auswählen. Die Vorlage ist ein Ausgangspunkt; sie enthält keine tatsächlichen Anbieterbewertungen.

Entscheidungsziel: [Welche konkrete Entscheidung müssen wir treffen?]
Kontext: [Teamgröße, Region, vorhandene Systeme, Budgetrahmen]. Stichtag: [Datum].
Vergleiche höchstens [Anzahl] geeignete Optionen. Muss-Kriterien: [Kriterien]. Weitere Dimensionen: Leistungsumfang, Gesamtkosten, Einführungsaufwand, Integrationen und Grenzen.
Zeige zuerst den Rechercheplan. Nutze aktuelle Primärquellen und die angehängten Dateien. Öffne die Quellen; behandle Suchtreffer nicht als vollständigen Beleg.
Belege entscheidende Aussagen mit direkter URL sowie Veröffentlichungs- oder Abrufdatum. Unterscheide Anbieterbehauptungen, unabhängig belegte Fakten und deine Bewertung.
Kennzeichne fehlende Daten und Widersprüche. Erfinde keine Preise, Testergebnisse oder Zitate. Stelle veraltete Angaben nicht als aktuell dar.
Liefere: eine kurze Einordnung, eine Vergleichstabelle mit identischen Kriterien, offene Fragen, eine vorläufige Empfehlung mit Bedingungen und ein Quellenverzeichnis. Keine Anbieter kontaktieren, nichts buchen oder kaufen.

Der entscheidende Zusatz sind die Belegregeln. „Mit Quellen“ allein sagt noch nicht, welche Behauptung durch welche Quelle gedeckt sein muss. Mit einem einheitlichen Vergleich vermeidest du außerdem, dass bei Anbieter A der Preis und bei Anbieter B nur die Funktionsliste bewertet wird.

Quellen bewerten, bevor du Punkte vergibst

Prüffrage Worauf du achtest
Ist es die Originalquelle? Für Produktdetails: Anbieter-Dokumentation. Für eine Studie: Originalveröffentlichung statt Pressezusammenfassung.
Passt der Zeitpunkt? Ein alter Launchpreis kann heute nicht mehr gelten; eine neue Veröffentlichung kann alte Daten enthalten.
Passt der Geltungsbereich? Deutschland oder USA, Privat- oder Unternehmenskonto, Monat oder Jahr, netto oder brutto.
Trägt die Quelle die Aussage? Die verlinkte Stelle muss genau die entscheidende Behauptung belegen.
Ist die Quelle unabhängig? Ein Anbieter kann Funktionen beschreiben; seine Selbsteinschätzung ist noch kein unabhängiger Leistungstest.

Setze fehlende Angaben nicht automatisch auf null Punkte. Das würde „unbekannt“ mit „schlecht“ verwechseln. Nutze stattdessen eine offene Frage oder kennzeichne die Bewertung als vorläufig. Falls du Kriterien gewichtest, lege die Gewichte vor dem Vergleich fest und prüfe, ob eine kleine Änderung die Empfehlung kippt.

Den Bericht in fünf Schritten prüfen

  1. Entscheidende Belege öffnen: Preise, Zusagen und Ausschlusskriterien direkt in den Originalquellen lesen.
  2. Zahlen nachrechnen: Monats- und Jahresbeträge, Mengen und Teamgrößen auf dieselbe Basis bringen.
  3. Lücken suchen: Welche Anbieter oder relevanten Gegenargumente fehlen?
  4. Fakten von Urteilen trennen: Ist eine Empfehlung durch die Kriterien begründet oder nur überzeugend formuliert?
  5. Offene Fragen übernehmen: Eine nicht verfügbare Information bleibt ein Arbeitsauftrag für die Entscheidung.
Prüfe den Bericht gegen den ursprünglichen Auftrag und die tatsächlich geöffneten Quellen.
Markiere jede entscheidende Aussage ohne ausreichenden Beleg. Kontrolliere Datum, Region, Tarif und Rechenbasis. Zeige Widersprüche und nicht zugängliche Quellen separat.
Nenne danach die drei offenen Fragen, deren Antwort die Empfehlung am stärksten verändern könnte. Erfinde keine Antworten, um Lücken zu schließen.

Diese zweite Runde ist eine zusätzliche Kontrolle durch dasselbe System. Sie ersetzt weder das Öffnen der Quellen noch eine fachliche Prüfung. Die offizielle OpenAI-Anleitung empfiehlt ausdrücklich, wichtige Angaben und erzeugte Dateien vor der Verwendung zu prüfen. [3]

Was tun bei Limits, fehlenden Quellen oder unklaren Antworten?

Prüfe die Nutzungsanzeige deines Kontos, bevor du lange Aufträge startest. Für Work und Codex hängt der Verbrauch unter anderem von Modell, Umfang, Kontext und Werkzeugen ab; die Kontingente werden geteilt. Diese Work-Kontingente sind nicht automatisch eine feste Zahl von Deep-Research-Berichten. Im Free-Plan ist Deep Research laut Preisseite begrenzt; feste Berichtszahlen je Plan habe ich in den OpenAI-Quellen vom 20. Oktober 2026 nicht gefunden. [4] [5]

Bei nicht zugänglichen Quellen darf ChatGPT keine gelesenen Inhalte vortäuschen. Stelle eine freigegebene Datei bereit oder kennzeichne die Lücke. Bei einem zu allgemeinen Bericht verenge die Entscheidungsfrage, statt nur mehr Seiten anzufordern. Für wiederkehrende Recherchen hält ein Projekt mit aktuellen Quellen den Hintergrund zusammen.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Suche und Deep Research?

Eine Suche eignet sich für eine einzelne aktuelle Angabe. Deep Research passt zu mehrstufigen Fragen, bei denen mehrere Quellen gelesen, verglichen und in einem Bericht eingeordnet werden sollen.

Kann ich eigene Dokumente einbeziehen?

Ja, sofern Datei- und Quellenfunktionen in deinem Konto verfügbar sind. Benenne die verbindlichen Dateien und verlange Hinweise auf nicht lesbare oder nicht zugängliche Inhalte.

Ist ein Bericht mit Quellen automatisch richtig?

Nein. Quellen können veraltet, falsch zugeordnet oder für die konkrete Aussage ungeeignet sein. Prüfe entscheidende Aussagen direkt in den Originalquellen.

Wie viele Deep-Research-Berichte kann ich erstellen?

Das hängt vom Plan ab: Im Free-Plan ist Deep Research laut OpenAI-Preisseite begrenzt. Feste Berichtszahlen je Plan habe ich in den OpenAI-Quellen vom 20. Oktober 2026 nicht gefunden. Maßgeblich ist die Nutzungsanzeige in deinem Konto.

Welches Modell nutzt ChatGPT für Recherchen im Chat?

Seit dem 7. Oktober 2026 GPT-6: in Plus, Pro, Business und Enterprise mit GPT-6 Sol, in Free und Go laut Release Notes mit GPT-6 Luna. Für gründlichere Analysen wählst du ab Plus eine höhere Denkstufe, Free und Go haben nur „Think“. In ChatGPT Work steht zusätzlich GPT-6.1 Sol mit 500.000 Tokens Kontext bereit.

Kann ChatGPT aus der Recherche eine Tabelle oder Präsentation erstellen?

Ja, mit ChatGPT Work: Es erstellt aus Quellen prüfbare Tabellen, Dokumente und Präsentationen, wenn die Werkzeuge in deinem Plan verfügbar sind. Gemeinsam bearbeitbare Präsentationen mit Export nach PowerPoint, PDF und Google Slides bietet seit dem 16. Oktober 2026 ChatGPT Slides für Pro, Business und Enterprise mit Space. Kontrolliere die fertige Datei vor der Weitergabe.

Quellen und Aktualität

Produktangaben zuletzt geprüft am 21. Oktober 2026; die Quellen 1 bis 3 stammen aus der Erstfassung vom 9. September 2026 und gelten weiter. Oberfläche und Freischaltung können je nach Konto, Tarif, Region und Arbeitsbereich abweichen. Die Praxisvorlagen sind eigene Beispiele; sie dokumentieren keine Kundenergebnisse.

  1. OpenAI: Deep-Research-Beispiele im Enterprise Prompting Guide, abgerufen am 09.09.2026
  2. OpenAI: Get started with ChatGPT Work, abgerufen am 09.09.2026
  3. OpenAI: Use ChatGPT, Ergebnisse prüfen, abgerufen am 09.09.2026
  4. OpenAI: Pricing und gemeinsame Work-/Codex-Nutzung, abgerufen am 20.10.2026
  5. OpenAI: ChatGPT Pricing (Deep Research im Free-Plan begrenzt), abgerufen am 20.10.2026
  6. OpenAI: ChatGPT Release Notes (GPT-6 im Chat 07.10., ChatGPT Slides 16.10.) und GPT-6 for everyone, abgerufen am 20.10.2026
  7. OpenAI-Hilfe-Center: GPT-6 and other models in ChatGPT (Denkstufen je Plan), abgerufen am 20.10.2026
  8. OpenAI-Hilfe-Center: ChatGPT Work und Codex, abgerufen am 21.10.2026

Den nächsten Schritt im Team gehen

Eine Recherche ist dann wertvoll, wenn sie eine echte Entscheidung erleichtert. Gemeinsam lassen sich Fragestellung, Quellen und Prüfkriterien für eure wiederkehrenden Aufgaben festlegen.

Jean Hinz, KI-Berater für den Mittelstand aus Lüneburg

Über den Autor

Jean Hinz

KI-Berater für den Mittelstand, Lüneburg/Hamburg

Ich begleite Geschäftsführungen und Teams dabei, KI vom Einzelexperiment in einen belastbaren Betrieb zu überführen. Schwerpunkt: Prozesse zuerst, Werkzeuge danach. Praxis aus Industrie, Tourismus, Veranstaltungen und weiteren Unternehmensbereichen.

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  • Seit 2023 KI-Beratung