TL;DR: Ein Skill ist eine wiederverwendbare Anleitung in einer Datei namens SKILL.md: Name, Beschreibung, Vorgehen. Claude lädt sie erst, wenn sie zur Aufgabe passt, und belastet den Kontext vorher nicht. Seit dem 18. Dezember 2025 sind Skills ein offener Standard, der auch außerhalb von Claude läuft. Faustregel: Was du dreimal gleich getippt hast, gehört als Skill hinterlegt.
Was sind Claude Skills?
Anthropic beschreibt Skills so: Man legt eine SKILL.md mit Anweisungen an, und Claude nimmt sie in seinen Werkzeugkasten auf. Die dazugehörige Abgrenzung stammt ebenfalls von Anthropic und ist die klarste, die ich kenne: Projects sagen „das musst du wissen“, Skills sagen „so macht man das“. Und im Verhältnis zu MCP: MCP verbindet Claude mit Daten, Skills bringen ihm bei, was er damit tun soll.
Der Unterschied zur CLAUDE.md oder zu Projekt-Anweisungen liegt im Ladeverhalten. Projekt-Anweisungen stehen dauerhaft im Kontext und kosten bei jeder Anfrage Tokens. Von einem Skill sind zunächst nur Name und Beschreibung sichtbar, rund 100 Tokens. Erst wenn die Aufgabe passt, lädt Claude den vollständigen Inhalt nach. Anthropic nennt das progressive disclosure.
Warum das im Alltag zählt: Ihr könnt zwanzig Skills hinterlegen, ohne dass die Antwortqualität leidet. Dieselbe Menge an Anweisungen in einem Projekt-Prompt würde den Kontext füllen und das Modell ablenken.
Wie ist eine Skill-Datei aufgebaut?
Ein Skill ist ein Ordner mit einer SKILL.md und optional weiteren Dateien:
| Bestandteil | Zweck |
|---|---|
SKILL.md | Pflicht. Kopfzeilen plus die eigentliche Anleitung. |
scripts/ | optional, ausführbarer Code |
references/ | optional, Nachschlagematerial |
assets/ | optional, Vorlagen und Dateien |
Im Kopf der SKILL.md stehen zwei Pflichtfelder:
- name: höchstens 64 Zeichen, nur Kleinbuchstaben, Ziffern und Bindestriche, und identisch mit dem Ordnernamen.
- description: höchstens 1024 Zeichen. Sie entscheidet darüber, ob der Skill überhaupt gezogen wird, und sollte deshalb sagen, was er tut und wann er greift.
Optional sind unter anderem license, compatibility und metadata. Ein Feld version auf oberster Ebene gibt es im Standard nicht; wer versionieren will, legt es unter metadata ab.
Auf Länge achten: Anthropic empfiehlt, die SKILL.md unter 500 Zeilen zu halten und den geladenen Teil unter etwa 5.000 Tokens. Verweise auf weitere Dateien sollten nur eine Ebene tief gehen. Ein Hinweis für die Praxis: Für eigene Skills auf claude.ai nennt das Hilfe-Center ein Limit von 200 Zeichen für die Beschreibung, während Spezifikation und API 1024 erlauben. Wer beides bespielt, bleibt sicherheitshalber unter 200.
Fünf Skills, die sich im Unternehmen lohnen
Die Auswahl folgt einer einfachen Regel: wiederkehrend, beschreibbar, mit einem Ergebnis, das jemand prüfen kann.
Wie euer Unternehmen schreibt: Ansprache, Satzlänge, verbotene Wörter, typische Formulierungen. Der Skill, der sich am schnellsten bezahlt macht, weil er in fast jede Textaufgabe hineinspielt.
Aufbau, Pflichtbestandteile, Formulierung der Leistungsbeschreibung, was immer im Kleingedruckten steht. Die Kalkulation bleibt außerhalb, der Skill formuliert nur.
Welche Kennzahlen in welcher Reihenfolge, welche Vergleichszeiträume, wie Abweichungen kommentiert werden. Spart bei monatlichen Berichten spürbar Zeit.
Wie aus einem Protokoll Entscheidungen, offene Punkte und Aufgaben mit Verantwortlichen werden. Immer dasselbe Format, deshalb ein guter erster Skill.
Welche Punkte ein Text erfüllen muss, bevor er nach außen geht: Kennzeichnungspflicht, Datenschutzhinweise, Freigabewege. Ersetzt keine Prüfung, aber fängt die Standardfehler ab.
Was sich nicht als Skill eignet: alles, was von Fall zu Fall grundlegend anders läuft, und alles, wofür es keine geprüfte Vorlage gibt. Ein Skill konserviert eine Arbeitsweise. Wenn die Arbeitsweise unklar ist, konserviert er Unklarheit.
Bevor ihr Skills verteilt
Ein Skill hält fest, wie eine Aufgabe erledigt wird. Das setzt voraus, dass es eine abgestimmte Antwort darauf gibt. In den meisten Teams gibt es sie noch nicht, sondern drei parallele Vorgehensweisen mit privaten Accounts. Der Shadow-AI-Check macht das in einer Woche sichtbar: 990 € Festpreis zzgl. MwSt.
Shadow-AI-Check ansehenWo laufen Skills, und in welchem Plan?
| Oberfläche | Was geht |
|---|---|
| claude.ai | mitgelieferte und eigene Skills, Upload als ZIP mit dem Skill-Ordner als Wurzel |
| Claude Code | nur eigene Skills, aus ~/.claude/skills/, aus dem Projekt oder aus einem Plugin |
| Claude Cowork | die für den claude.ai-Account freigeschalteten Skills, nicht die lokalen aus der CLI |
| Claude API | über den Parameter für Skills, maximal 20 pro Anfrage, setzt das Code-Execution-Werkzeug voraus |
Vier Dokument-Skills liefert Anthropic mit: für Word, Excel, PowerPoint und PDF. Sie stehen auf claude.ai und über die API zur Verfügung, nicht in Claude Code.
Ein Punkt, der regelmäßig für Verwirrung sorgt: Skills werden zwischen den Oberflächen nicht synchronisiert. Was in Claude Code lokal liegt, kennt Cowork nicht. Wer in beiden Welten arbeitet, pflegt zwei Ablagen oder nutzt die dafür vorgesehene Umgebungsvariable.
Zur Planfrage widersprechen sich die Quellen: Das Hilfe-Center nennt Free, Pro, Max, Team und Enterprise, die Plattform-Dokumentation nur Pro und aufwärts, jeweils mit aktivierter Code-Ausführung. Verlässlich ist: Ab Pro funktioniert es, und die organisationsweite Verwaltung gibt es nur in Team und Enterprise.
Skills im Unternehmen verwalten
Ab Team und Enterprise lassen sich Skills zentral bereitstellen. Der Weg führt über die Organisationseinstellungen; hochgeladene Skills stehen sofort allen Mitgliedern zur Verfügung. Für einzelne Gruppen bündelt man sie in einem Plugin und weist das Plugin zu.
Drei Regler, die vor dem Rollout geklärt sein sollten:
- Dürfen Nutzer eigene Skills anlegen? Das lässt sich abschalten. Bereitgestellte und eingebaute Skills bleiben dann erhalten.
- Dürfen Skills geteilt werden? Es gibt getrennte Schalter für den Austausch zwischen Personen, für die Freigabe an die ganze Organisation und für einzelne Gruppen.
- Sollen Uploads geprüft werden? Enterprise-Kunden können eine Inhaltsprüfung aktivieren, die auf versteckte Codeausführung, Datenabfluss und Manipulationsversuche prüft. Sie ist standardmäßig aus, wirkt nur auf neue Uploads und steht nicht zur Verfügung, wenn kundenverwaltete Schlüssel, Zero Data Retention oder HIPAA im Einsatz sind.
Sicherheitshinweis von Anthropic, wörtlich sinngemäß: Nutzt nur Skills aus vertrauenswürdigen Quellen, also selbst erstellte oder von Anthropic bezogene. Ein bösartiger Skill kann Claude dazu bringen, Werkzeuge aufzurufen oder Code auszuführen, der nichts mit dem angegebenen Zweck zu tun hat. Anthropic empfiehlt, die Installation eines Skills so sorgfältig zu behandeln wie die Installation von Software auf einem Produktivsystem.
Vom Skill zum Standard
Skills entfalten ihren Nutzen erst, wenn das Team dieselben benutzt. Genau darum geht es im Claude-Team-Rollout: gemeinsame Skills und Prompts, geklärte Datenregeln, eine verantwortliche Person und ein dokumentierter Schulungsnachweis nach Artikel 4 KI-VO. 30 Tage, 9.900 € Festpreis.
Claude-Schulung ansehenWas du als Nächstes lesen solltest
Häufige Fragen
Was sind Claude Skills?
Skills sind wiederverwendbare Anleitungen für wiederkehrende Aufgaben, abgelegt in einer Datei namens SKILL.md mit Name, Beschreibung und Vorgehen. Claude lädt den vollständigen Inhalt erst, wenn eine Aufgabe dazu passt, vorher sind nur Name und Beschreibung im Kontext.
Seit wann gibt es Skills?
Anthropic hat Skills am 16. Oktober 2025 vorgestellt und sie am 18. Dezember 2025 als offenen Standard veröffentlicht, zusammen mit organisationsweiter Verwaltung und einem Verzeichnis. Der Standard ist unter agentskills.io dokumentiert, der Code steht unter Apache 2.0.
Was ist der Unterschied zwischen Skills und Projects?
Anthropics eigene Formulierung trifft es: Projects sagen, was Claude wissen muss, Skills sagen, wie etwas gemacht wird. Ein Project liefert Kontext und Dateien, ein Skill eine Arbeitsanweisung. Beides zusammen ist der übliche Aufbau.
Was ist der Unterschied zwischen Skills und MCP?
MCP verbindet Claude mit Daten und Systemen, Skills bringen ihm bei, was er damit tun soll. MCP ist die Leitung, der Skill die Anleitung. Wer beides einsetzt, verbindet zuerst die Systeme und beschreibt dann die Abläufe.
Laufen meine Skills in allen Claude-Produkten?
Nein, und das überrascht die meisten. Skills werden zwischen den Oberflächen nicht synchronisiert: Was lokal in Claude Code liegt, kennt Cowork nicht, denn Cowork nutzt die für den claude.ai-Account freigeschalteten Skills. Wer in beiden Welten arbeitet, pflegt zwei Ablagen.
Wie verwalten wir Skills im Team?
Ab dem Team-Plan lassen sich Skills organisationsweit bereitstellen; sie stehen dann sofort allen Mitgliedern zur Verfügung. Für einzelne Gruppen bündelt man sie in einem Plugin. Das Anlegen eigener Skills durch Nutzer lässt sich abschalten, und Enterprise-Kunden können eine Inhaltsprüfung für Uploads aktivieren.
Sind Skills aus dem Netz sicher?
Nicht automatisch. Anthropic warnt ausdrücklich davor, Skills aus unbekannten Quellen zu verwenden: Ein bösartiger Skill kann Claude dazu bringen, Werkzeuge aufzurufen oder Code auszuführen, der nichts mit dem angegebenen Zweck zu tun hat. Behandelt die Installation wie die Installation von Software auf einem Produktivsystem.
Womit fange ich an?
Mit der Aufgabe, die du am häufigsten gleich erledigst. In den meisten Unternehmen ist das die Markenstimme oder die Meeting-Nachbereitung. Halte den ersten Skill kurz, unter einer Seite, und erweitere ihn erst, wenn du siehst, wo er danebenliegt.